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Drohnen für das Weltall: NASA sucht nach Leben am Mars

Drohnen für das Weltall

Existiert intelligentes Leben im Weltall? Seit Jahrtausenden stellt sich die Menschheit die Frage, ob man denn vielleicht doch nicht so alleine sei im Universum. Bisher allerdings konnte man darüber bloß philosophieren und Vermutungen anstellen. Im 21. Jahrhundert verfügen wir allerdings über die erforderliche Technologie, um dieser Frage – buchstäblich – näher auf den Grund zu gehen. Ja, es werden sogar Drohnen für das Weltall entwickelt!

Die NASA und das SETI Institute – ein auf die Suche nach außerirdischen Lebewesen spezialisiertes Non-Profit-Institut – arbeiten hierfür zusammen. Gemeinsam hat man jetzt in Island den ersten Schritt zur Entwicklung von Drohnen für das Weltall gesetzt. 

Forschungsarbeiten mit LIDAR-Technologie

Vor wenigen Wochen startete das SETI-Institut einen ersten Forschungseinsatz. Dabei verschlug es das Team zur Lofthellir Lava Tube Ice Cave nach Island. Die riesige Eishöhle sollte mithilfe der speziellen Ausrüstung ausführlich kartiert werden.

Doch warum gerade diese Eishöhle in Island? Man entschied sich für diesen Standort als Testlocation, weil die Bedingungen der Höhle besonders anspruchsvoll und ihre Form gewisse Ähnlichkeit mit Höhlen auf Mond und Mars haben.

Dabei kam eine durch die NASA-mitentwickelte Astrobotic-Drohne zum Einsatz, welche mit LIDAR-Technologie bestückt war. Mittels LIDAR-Technologie werden Lichtwellen emittiert und deren Reflexionen genutzt, um abgelegene Gebiete abzubilden bzw. zu kartieren.

Die Kartierung der Eishöhle war ein voller Erfolg: so konnte die Astrobotic-Drohne die mehr als 370-Meter lange Höhle innerhalb weniger Minuten bereits vollständig erfassen und kartieren.

Darstellung der von NASAs Astrobotic-Drohne mittels LIDAR-kartierten Eishöhle

Unterirdische Höhlen auf Mond und Mars strahlen für Planetenforscher eine besondere Faszination aus. Warum? Weil sie vor Strahlung, Temperaturschwankungen und Meteoritenschlägen auf der Oberfläche geschützt sind.

Darum vermuten viele Forscher, dass es auf Mond und Mars womöglich zu Stellen gekommen ist, an denen „Kälte gefangen“ wurde. An solchen Stellen bzw. Gebieten – nimmt man an – könnte es zur Entstehung von Wasser oder Eis gekommen sein. Beweisen konnte man dies bisher allerdings nicht.

Um festzustellen, ob das Bewohnen eines bestimmten Planetens möglich wäre, versucht man zunächst einmal zu ermitteln, ob man Belege für Wasservorräte finden kann. Das Vorhandensein von Wasser ist Voraussetzung, damit Bakterien oder primitive Lebensformen existieren könnten.

Kleine Drohnen für das Weltall: ideal zur Erkundung von Lavaröhren

Im Interview mit der britischen Tageszeitung „The Sun“ sagt Andrew Horchler, Director of Future Missions and Technology bei Astrobotic „Kleine frei fliegende Raumfahrzeuge könnten die ideale Roboterplattform für die Erforschung von Lavaröhren auf der Erde, dem Mond und dem Mars sein. Schlichtweg deswegen, weil sie nicht in direkten Kontakt mit den rauen und potenziell instabilen Oberflächen in Höhlen und Lavaröhren kommen müssten.“

Die wendigen Astrobotic-Drohnen für das Weltall sind so konzipiert, dass sie ideal in Höhlen einfliegen, Gebiete rasch kartieren und Daten zur Erde übermitteln können. Perfekt also für die Kartierungsaufgaben, wie sie hier angedacht werden.

Eine Frage, die aufmerksamen Lesern jetzt wahrscheinlich kommen mag…

Wie können Drohnen auf Planeten mit anderer Rotationskraft fliegen?

Herkömmliche Drohnen, die auf der Erde eingesetzt werden, würden als Drohnen für das Weltall nichts taugen. Hierfür wäre eine umfangreiche Adaption an die auf Mond und Mars besondere Rotationskraft erforderlich.

Am Mond gibt es schließlich praktisch keine Rotationskraft, am Mars ist die Atmosphäre hingegen besonders dünn. Die für die Zukunft geplanten Astrobotic-Drohnen müssten daher aller Wahrscheinlichkeit nach mit Schubdüsen ausgestattet sein.

Insgesamt zeigt sich Horchler mit den ersten Erfolgen zufrieden, weist allerdings auch auf den Pionier-Charakter der aktuellen Arbeiten hin. „Mehr Entwicklungsarbeit wird nötig sein, um ein System zu schaffen, das für den Mond oder den Mars bereit ist. Aber die Erforschung dieser eisigen Lavaröhre ist ein wichtiger erster Schritt für uns.“

Übrigens: Die NASA ist auch in anderen Bereichen aktiv, um für eine bessere Drohnen-Zukunft zu sorgen. Gemeinsam mit der Flight Aviation Authority – der amerikanischen Luftaufsichtsbehörde – arbeitet man an einem System, dass Drohnen-Kollisionen verhindern soll.

Christian Brandstötter MMSc ist freiberuflicher Autor und Blogger aus Niederösterreich. Wenn er nicht über spannende neue Anwendungsfälle von Drohnen berichtet, schreibt er über Blockchain-Technologie, digitale Vermögenswerte und innovative Software.

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