„Airsense“: DJI-Drohnen mit Flugzeugerkennung bald als Standard

„Airsense“: DJI-Drohnen mit Flugzeugerkennung bald als Standard

DJI-Drohnen mit Flugzeugerkennung sollen ab Anfang 2020 zum Standard werden. Der chinesische Drohnen-Gigant und Marktführer DJI hat auf seiner Webseite bekanntgegeben, dass mit Jahresbeginn 2020 auch kleine Drohnen mit dem System „Airsense“ ausgestattet werden sollen.

Zwar soll das System der Kollisionsgefahr mit Hubschraubern und Flugzeugen vorbeugen. Verhindern können wird es diese allerdings nicht.

Größere DJI-Drohnen mit Flugzeugerkennung schon seit 2018

Komplett neu ist die Initiative von DJI allerdings nicht. Vielmehr ist die Neuigkeit, dass der chinesische Drohnen-Marktführer das bereits bestehende Programm mit dem Namen Airsense auf alle seiner Drohnen – auch kleine Drohnen wie z.B. DJI Mavic und DJI Phantom Modelle ausweiten möchte.

Umgesetzt werden soll das ganze bis Anfang nächsten Jahres. Ab Jänner 2020 soll jede neu verkaufte DJI-Drohne über die DJI Airsense Software verfügen.

Drohne mit Flugzeugerkennung warnt, steuern muss allerdings Pilot

Kritisch muss natürlich angemerkt werden, dass das DJI-Airsense System lediglich ein Warnsystem mit Flugzeugerkennung ist. Wenn in der Nähe der Drohne ein Flugzeug erkannt wird, so wird ein Warnsignal abgegeben und der Drohnenpilot darüber informiert.

Das Problem bei der Sache ist natürlich dieses: der Pilot muss die Drohne selbst aus der Gefahrenzone steuern. Es wird kein „autonomes Hijacking“ der Drohnensteuerung stattfinden, sodass diese autonom wegsteuern würde.

Und ein kompetenter Drohnenpilot, der sich an alle Drohnengesetze und -vorschriften hält sollte dieses System eigentlich gar nicht notwendig haben. Wer nämlich nicht in Drohnen-Sperrgebieten fliegt, der sollte mit seiner Drohne auch nicht in die Nähe von Flugzeugen geraten.

Häufung von Zwischenfällen und Flugzeugsperren durch Drohnen

Immer wieder kommt es zu gefährlichen Drohnenflügen in Verbotszonen in der Nähe von Flughäfen. In den letzten Monaten gab es gleich mehrere Zwischenfälle, die bekanntesten waren in London Heathrow und London Gatwick. Kurz vor Weihnachten wurde gleich zwei Mal der Flughafen wegen einer Drohnensichtung gesperrt.

Auch in Tel Aviv wurde vor einigen Wochen der Flughafen wegen Drohnen-Alarms gesperrt. In beiden Fällen sind die Ermittler bis heute nicht den Drohnenpiloten auf die Spur gekommen. Die Vorfälle sind auch ein Grund, weshalb immer rascher nach Maßnahmen zur Drohnen-Abwehr geforscht wird.  

Kleine DJI Mavic Drohne kann Flugzeug im Landeanflug zum Absturz bringen

Das Drohnen für Flugzeuge eine Gefahr darstellen ist unbestritten. Doch wie gefährlich sind sie wirklich? Vor einigen Monaten haben Forscher hierfür ein Experiment durchgeführt – und die Ergebnisse sind erschreckend!

An der University of Dayton hat man in einem Experiment eine DJI Phantom 2 gegen die Flügelvorderkante eines üblichen Flugzeugtyps fliegen lassen, der mit im Landeanflug üblichen 380km/h unterwegs war.

Die Erkenntnisse des Versuchs waren, dass die Drohne mit knapp 1kg Eigengewicht im schlimmsten Fall zu einem vollständigen Strömungsabriss führen konnte. Tatsächlich sind sogar kleine Stücke der Drohne durch die Tragfläche hindurch in das Innere der Maschine gekommen.

Christian Brandstötter MMSc ist freiberuflicher Autor und Blogger aus Niederösterreich. Wenn er nicht über spannende neue Anwendungsfälle von Drohnen berichtet, schreibt er über Blockchain-Technologie, digitale Vermögenswerte und innovative Software.

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