LANDWIRTSCHAFT UND FORSTWIRTSCHAFT

Alltags-Drohnen zur Haiüberwachung tauglich

Alltags-Drohnen zur Haiüberwachung

Es ist nichts neues, dass Drohnen zur Überwachung und zum Tierschutz dienen können. Das gilt natürlich auch für Meereslebewesen. Dabei könnte dies einfacher und günstiger sein als gedacht. Forscher zeigten in einer Studie, dass Amateur-Drohnen zur Haiüberwachung taugen.

Damit kann man Meeresspezies erkennen und zählen, ohne die Meeresbewohner zu stören.

Hocheffektiv und nicht invasiv

Die Studienleiterin Enie Hensel von der North Carolina State University beschreibt die Ergebnisse wie folgt: “Unsere Studie hat gezeigt, dass Drohnen vor allem in seichten Meeresumgebungen für die Zählung und artenspezifische Identifikation von Meerestieren genützt werden können.”

Was Drohnen zu einem besonders geeigneten Mittel zur Zählung von Meerestieren macht, ist ihr nicht-intrusiver Charakter. In einfacheren Worten: die Drohnen stören und beeinträchtigen Meerestiere nicht in ihrer natürlichen Umgebung. Ihr Verhalten bleibt unbeeinflusst – was bei anderen Methoden meist nicht der Fall ist.

Günstiger als alternative Methoden

Die bisher eingesetzten Methoden – wie etwa Zählungen vom Boot aus oder Kiemennetze – haben nämlich einige Nachteile. Zum einen sind sie aufgrund des erforderlichen Personaleinsatzes mit sehr hohen Kosten verbunden. Aber noch wichtiger: sowohl Boote und Netze sind sehr invasive Vorgehensweisen. Sie können Meeresbewohner stören und ihre natürlichen Bewegungsmuster verändern.

Hensel meint dazu: “Es ist äußerst wichtig, aufzuzeigen, dass sich Drohnen für diese Art von Forschungsarbeit eignen. Sie sind nämlich ein kostengünstiges Werkzeug, um korrekte Häufigkeitsschätzungen zu ermitteln.” Sie führt weiter aus, dass diese Schätzungen von großer Bedeutung für die Schutzmaßnahmen der Tierarten sowie der Beurteilung solcher Maßnahmen wären.

Alltags-Drohnen zur Haiüberwachung mehrfach getestet

Um die Wirksamkeit der Drohnen zu beurteilen, nutzen die Forscher Haiattrappen. Diese wurden an zwei Stellen in unterschiedlich klarem Wasser platziert. Drohnenaufnahmen erlaubten es den Forschern, alle Attrappen an beiden Standorten zu identifizieren.

Hensel beschreibt, dass die Wahl auf graue Haie fiel, da deren Identifikation in solchen Wasserumgebungen am schwierigsten sein würde. „Doch wir konnten sie alle finden,” schildert sie zufrieden.

Auch weitere Spezies erkannt

Das Team evaluierte mehrere Standorte und zeigte somit, dass Drohnen zur Bewertung von Umgebungsvariablen verwendet werden können. Diese können nämlich für die unterschiedlichen Bevölkerungszahlen zwischen den Standorten verantwortlich sein.

Beispielsweise wird es so möglich, Drohnen genau an jenen Orten für den Naturschutz zum Einsatz zu bringen, an dem sie gefährdete Spezies am besten unterstützen kann.

In Feldversuchen konnten die Forscher auch Zitronen-, Ammen- und Haubenhaie sowie südliche Stachelrochen und Fleckadlerrochen artspezifisch identifizieren.

Die Drohnenaufnahmen erlaubten es den Forschern auch, Meeresschildkröten zu identifizieren. Allerdings war die Unterscheidung zwischen Kiefernsporn und grünen Meeresschildkröten mit Problemen verbunden.

DJI Phantom 2 Vision+ im Einsatz

Vielleicht am bemerkenswertesten ist allerdings die Tatsache, dass keine Spezial-Drohnen sondern Alltags-Drohnen zum Einsatz kamen. Die Forscher arbeiteten mit Drohnen des Modells DJI Phantom 2 Vision+.

Damit war es problemlos möglich, die Megafauna zu überwachen, zu identifizieren und das Verhalten einer Vielfalt von Spezies zu beobachten. Damit bewiesen die Feldforschungen auch einmal mehr die Eignung von Drohnen als Forschungsinstrument. Die Ergebnisse wurden schließlich in einem Fachbeitrag im Latin American Journal of Aquatic Research publiziert.

Einsatz von Drohnen für Tierschutz nichts Neues

Wenn Sie den Trends und Entwicklungen in der Drohnen-Szene aufmerksam folgen, dann wissen Sie bereits, dass sich Drohnen im Tier- und Artenschutz bereits fix etabliert haben.

Sie helfen etwa bei der Zählung von Tierbeständen oder im Kampf gegen illegalen Fischfang. Eine spezielle Unterwasser-Drohne tötet Schädlinge im Great Barrier Reef.

Christian Brandstötter MMSc ist freiberuflicher Autor und Blogger aus Niederösterreich. Wenn er nicht über spannende neue Anwendungsfälle von Drohnen berichtet, schreibt er über Blockchain-Technologie, digitale Vermögenswerte und innovative Software.

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