SCHUTZ UND SICHERHEIT

Autonome Drohnen-Überwachung in Gebäuden

Ersetzen autonome Drohnen bald Wachmänner und Überwachungskameras?

Autonome Drohne zur Überwachung

Das spanische Sicherheitsunternehmen Prosegur präsentiert autonome Drohnen-Überwachung von Gebäuden. Die Drohne kann Personen erkennen, Bilder übertragen und Gefahren an Sicherheitskräfte melden.

Ziel ist es, normale Wachleute und statische Kameras durch die kostengünstige Drohnenlösung zu ersetzen.

Laden per Aufsetzen auf Ladestation

Damit die Drohne vollautomatisch agieren kann, wurde ein besonders einfacher Ladevorgang konzipiert. Sobald die Batterien der Drohne leer werden, kehrt diese automatisch zur Ladestation zurück.

Wie in einem publizierten Video gezeigt, setzt die Drohne auf einer Ladematte auf und kann wieder aufladen. Kein Akkutausch oder sonstige manuelle Eingriffe sind mehr nötig.

Künstliche Intelligenz erkennt & markiert Gefahren

Dabei verrichtet die Drohne zur Überwachung ihre Arbeit folgendermaßen: sie fliegt vorprogrammierte Wege innerhalb des Gebäudes ab. Ähnlich einem Wachmann, der auf Wachrundgang das Gelände abdeckt.

Die Drohne filmt den Flug per hochauflösender Kamera, die Bilder live überträgt. Hierbei wird Bilderkennung mit künstlicher Intelligenz und Erkennungsalgorithmen eingesetzt. Identifiziert die Bilderkennung ein verdächtiges Objekt bzw. eine Person, so markiert sie diese. Gleichzeitig kann eine Meldung an Sicherheitskräfte erfolgen.

Spanischer Sicherheitsexperte & Europäische Start-ups kooperieren

Hinter dem Projekt steckt das spanische Sicherheitsunternehmen Prosegur. Für die Themen IT-Security und Drohnentechnik arbeitet man mit dem Berliner Start-up Skysense und dem spanischen IT-Spezialisten Avansig zusammen.

Das Ziel von Prosegur ist dabei ganz klar: autonome Drohnen-Überwachung soll bestehenden Kunden in der Gebäudeüberwachung schon bald kostengünstige, vollautonome Überwachung bieten. So will man sich von Konkurrenten abheben.

Wachmann und Überwachungskamera in einem

Denkt man an den Einsatz von Wachmännern, so ist klar, dass die Arbeit der autonomen Drohne weitgehend jener des Wachmanns ähnelt. Anstatt des Wachrundgangs wird der Wachrundflug per Drohne durchgeführt und Gefahren automatisch erkannt.

Gleichzeitig erfüllt die Drohne aber auch die Funktion von Überwachungskameras. Anstatt statischer Kameras, die nur ein begrenztes Blickfeld filmen können, kann die Überwachungs-Drohne flexibel das Gelände erkunden und noch dazu Gefahren selbst erkennen und melden.

Video zeigt autonome Drohnen-Überwachung im Einsatz

Ein Video der Hersteller zeigt den Einsatz der autonomen Drohne. Sie führt einen Probe-Wachrundflug durch ein leerstehendes Bürogebäude durch. Zu Beginn des Videos startet sie von ihrer Ladematte.

Aus mehreren Kameraperspektiven sieht man dabei sowohl den Drohnenflug als auch die von der Drohne live übertragenen Bilder. Nur die Bilderkennung und Meldung an Sicherheitskräfte demonstriert man im Video selbst nicht. Schade eigentlich.

Autonome Drohnen zur Überwachung immer häufiger

Dabei ist der Prototyp eine Entwicklung in einem wachsenden Drohnensegment. Das immer mehr Institutionen autonome Drohnen zur Überwachung nützen wollen, zeigte etwa kürzlich die chinesische „Tauben-Drohne“, mit der die chinesische Regierung die eigene Bevölkerung überwacht.

Auch die deutsche Polizei setzt Überwachungs-Drohnen im Straßenverkehr ein und möchte diesen Einsatz weiter ausbauen.

Überwachungs-Drohnen: Privatsphäre gefährdet?

Gerade weil Drohnen als „fliegende Kameras“ dienen können, werden auch die Stimmen von Kritikern lauter. Sie sorgen sich um die Privatsphäre der Bürger. Auch in den gesetzlichen Bestimmungen zum Einsatz von Drohnen-Kameras wird dies streng berücksichtigt.

Die Nutzung von autonomer Drohnen-Überwachung von Gebäuden erfordert dabei keine gesetzliche Genehmigung. Schließlich handelt es sich dabei um das Privateigentum der überwachenden Institution. Das Filmen von Personen ist nicht beabsichtigt, schließlich sollten ja keine Personen im Gelände unterwegs sein.

Ist den Angaben der Hersteller zu trauen, so werden autonome Überwachungs-Drohnen schon bald Realität werden (und Ganoven, die vor Drohnen fliehen müssen, nicht mehr auf Hollywood-Filme beschränkt bleiben…)

 

Christian Brandstötter MMSc ist freiberuflicher Autor und Blogger aus Niederösterreich. Wenn er nicht über spannende neue Anwendungsfälle von Drohnen berichtet, schreibt er über Blockchain-Technologie, digitale Vermögenswerte und innovative Software.

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