INSPEKTION UND WARTUNG

Baustellen-Drohnen für die Smart City

Baustellen-Drohnen

Umfangreiche Baustellen, endlos lange Staus bei brütender Hitze – Straßenreparaturen sind uns allen ein Dorn im Auge. Damit könnte allerdings bald Schluss sein: in Zukunft sollen Baustellen-Drohnen Schlaglöcher erkennen und selbst reparieren können! Dahinter steckt allerdings eine größere Vision: Ziel ist es, die Smart City zu schaffen, die sich selbst repariert.

„Bauarbeiter-Drohne flickt Schlaglöcher“

Mit Schlagzeilen wie diesen sorgte die University of Leeds (Großbritannien) nun für Aufsehen. Das Konzept sieht vor, dass eine mit Kamera bestückte Drohne Schlaglöcher erkennt und selbst repariert.

Wie das gehen soll? Dafür ist die Drohne mit einer Art 3D-Drucker ausgerüstet, der das Loch im Asphalt in Kürze füllen kann. Wenn keine Baufahrzeuge mit Bauarbeitern mehr anrücken müssen, könnte dies in Zukunft zu weniger Staus und effizienterem Verkehrsfluss führen.

Video zeigt Test-Einsatz

Die University of Leeds hat hierzu bereits letztes Jahr ein Video mit einem Prototyp veröffentlicht. In dem Video ist zu sehen, wie die Drohne mit einem Spezialaufsatz den Boden scannt und über einem Loch landet.

Dann nützt sie eine Abziehvorrichtung, um Teer in das Loch zu gießen. Anschließend wird der Teer glattgestrichen und das Straßenloch ist repariert. Die Drohne kann um das Loch weitere Chemikalien ausbringen, die den Asphalt der Straße wieder stärken.

5 Millionen Euro-schweres Forschungsprojekt

Dabei ist das Konzept der „Bauarbeiter-Drohne“ eigentlich Teil eines viel größeren Forschungsprojektes. Forscher der Universität Leeds und Vertreter der Stadt Leeds haben den Start eines umfangreichen Projektes zur Entwicklung der Smart City vorgestellt.

Das Forschungsprojekt ist mit knapp 5 Millionen Euro (4.2 Millionen Pfund) dotiert. Es sieht die Entwicklung mehrerer Roboter-Entwürfe und Technologien vor. Neben den Bauarbeiter-Drohnen ist ein weiteres Drohnen-Konzept in Planung.

Austausch von Straßenlichtern per Drohne

Ein zweites Projekt sieht vor, eine Drohne zu entwickeln, die sich  – ähnlich einem Vogel – an Gebäuden und Objekten– nach oben hanteln bzw. festhalten kann. Diese Funktion ermöglicht weitere Reparatureinsätze. So etwa den Austausch von Straßenlichtern.

Das Andocken von Drohnen auf Straßenlichtern hat auch Amazon schon ins Visier genommen. Amazon möchte allerdings keine Städte reparieren, sondern seine Zustell-Drohnen so unterwegs wieder aufladen. Dazu hat man sich auch schon ein Patent gesichert.

Drohnen für die Smart City – eine Zukunftsvision

Bereits heute können Drohnen zur Inspektion oder Wartung von Gebäuden, wie etwa Windkraftwerken , eingesetzt werden. Ohne menschliches Zutun geht das freilich noch nicht.

Bei allem Enthusiasmus: bis Baustellen-Drohnen Städte eigenständig reparieren ist es noch ein langer Weg. Das Forschungsprojekt ist ein wichtiger Schritt, um diese Entwicklung voranzutreiben.

Und so kann schon beim nächsten Verkehrsstau der Gedanke an die Baustellen-Drohnen für Entspannung sorgen…

Christian Brandstötter MMSc ist freiberuflicher Autor und Blogger aus Niederösterreich. Wenn er nicht über spannende neue Anwendungsfälle von Drohnen berichtet, schreibt er über Blockchain-Technologie, digitale Vermögenswerte und innovative Software.

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