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Bewilligung eines uLFZ – österreichisches Drohnengesetz

Das österreichische "Drohnengesetz" für Lesefaule

Bewilligung uLFZ Drohnengesetz

Bewilligung eines uLFZ nach dem Drohnengesetz

Eine luftfahrtrechtliche Bewilligung der Drohne, (juristisch korrekt unbemanntes Luftfahrzeug – uLFZ), ist per „Drohnengesetz“ (juristisch korrekt Luftfahrtgesetz) vorgeschrieben. Viele Drohnenpiloten sind deshalb derzeit teilweise illegal unterwegs, wie die Zahlen und Fakten zeigen. Die zuständige Behörde ist die Austro Control GmbH (ACG). Die Bewilligungsprozess dauert in etwa zwei bis drei Monate, von der Einmeldung bis zum Bescheid. Die Bewilligung eines uLFZ kostet in etwa 330 Euro inklusive Steuer. Wenn alle nötigen Voraussetzungen nach dem Lufttüchtigkeits- und Betriebstüchtigkeitshinweis Nr. 67 (LBTH 67) erfüllt sind ist eine Bewilligung zu erhalten grundsätzlich schaffbar. Wie? Das zeigt dieser Beitrag.

uLFZ Klasse 1

Zu bewilligen ist das Flugobjekt wenn es „nicht zum Zwecke des Fluges selbst benutzt wird“ – damit sind z.B. Luftaufnahmen gemeint – sowie bei kommerzieller Nutzung. Weiters ist eine Bewilligung erforderlich, wenn die Flughöhe von 30 Metern [m] bzw. eine Bewegungsenergie von 79 Joule [J] überschritten werden soll und es sich nicht um ein Flugmodell handelt. Ein Flugmodell wird zu einem bewilligungspflichtiges uLFZ wenn der 500 m Flugradius um den Piloten überschritten werden soll und das Fluggebiet kein Modellflugplatz ist.

Nicht zu bewilligen sind die unbemannte Geräte bis zu 79 Joule maximaler Bewegungsenergie (§ 24d LFG) sowie die Flugmodelle unter 25 kg Abfluggewicht (§ 24c LFG). Ebenfalls nicht unbedingt bewilligungspflichtig sind First Person View (FPV) Copter. Mehr dazu im Artikel zu FPV.

uLFZ der Klasse 2

Die Klasse 2 uLFZ werden analog den Zivilluftfahrzeugen gehandhabt. Die Bewilligung ist derzeit laut ACG lediglich in Erprobung. Wer eine Klasse 2 Drohne bewilligen lassen möchte hat – im Moment noch – einen große Herausforderung vor sich.

Bewilligungsprozess

Ein uLFZ ist bei der ACG zu bewilligen. Ohne dem Bescheid der ACG darf ein uLFZ nicht betrieben werden. Um den Bescheid zu erhalten ist, abhängig der Kategorie des uLFZ, ein Antrag zu stellen. Der Antrag dient dazu nachzuweisen, dass die Drohne den „Lufttüchtigkeits- und Betriebstüchtigkeitsanforderungen“ entspricht, heisst es im Gesetzestext. In keinem Falle darf das öffentliche Interesse und die Sicherheit der Luftfahrt durch den Betrieb des uLFZ gefährdet werden. Auch dem Bewilligungsverfahren ist ein eigenen Beitrag  gewidmet. Der ACG  bleibt dabei vorbehalten, die Details, wie z.B. die Fristen, Auflagen, Flugzeiten nach eigenem Ermessen im Sinne der Sicherheit für die Luftfahrt festzulegen.

Die Kategorie für die ein uLFZ bewilligt ist bestimmt gemeinsam mit der Betriebsmasse (maximales Abfluggewicht) das mögliche Einsatzgebiet. In anderen Worten, je nachdem welches Einsatzgebiet beflogen werden soll und welches Gewicht die Drohne hat, muss die entsprechende Kategorie eingereicht werden.

Bewilligung eines uLFZ - österreichisches Drohnengesetz

ACG Tabelle Einsatzgebiete, Klassen, Masse

Ein paar Beispiele

Der Besitzer eines ca. 1 kg schweren Quadcopters (z.B. DJI Mavic) kann diese für Kategorie A bewilligen lassen. Der Pilot darf damit maximal unbesiedeltes Gebiet – Einsatzgebiet II – befliegen. Eine höhere Kategorie ist allerdings für die in dem Beispiel genannte Drohne nicht möglich da ab Kategorie B Redundanzen gefordert sind. Die Redundanzen sollen die Wahrscheinlichkeit einer Fehlfunktion im Betrieb, und folglich eines Absturzes, reduzieren. Die Natur eines Quadcopters schließt die Redundanz aus. Fällt ein Motor oder Propeller aus, stürzt der Copter, zumindest mit der derzeitigen Technologie, unweigerlich ab.

Ein Pilot bzw. eine Pilotin möchte mit seiner 4 kg schweren Drohne, ein Hexacopter, dicht besiedeltes Gebiet befliegen. Er bzw. Sie muss folglich die Drohne für Kategorie C bewilligen lassen. Die Anforderungen sind im Lufttüchtigkeits- und Betriebstüchtigkeitshinweis (LBTH) aufgelistet. Neben der Bewilligung sind auch besondere Anforderungen an den Piloten erforderlich. Ab der Kategorie C ist ein „kleine Pilotenschein“ nötig sowie eine Bestätigung des Amtsarztes, dass der Pilot in der Lage ist die Drohne sicher zu betreiben.

Notwendige Dokumente

Die ausgefüllten Dokumente sind an das Postfach uLFZ@austrocontrol.at zu senden.

Für die Kategorien B-D sind zusätzliche Anfoderungen zu erfüllen

Für ein uLFZ der Kategorie C und D wird des Weiteren ein „kleiner Pilotenschein“, ein Praxisnachweis sowie eine Gesundheitsuntersuchung durch den Amtsarzt gefordert.

Ablauf der Verfahrens

Das Verfahren kostet etwa 330 Euro inklusive Steuer. Wobei neben einem Sockelbetrag auch zusätzliche Kosten nach Aufwand anfallen. Die Dauer ist in der Regel zwei bis drei Monate, ebenso abhängig von der Komplexität des Antrags. Die Zeit beginnt mit der Antragsstellung zu laufen. Sprich, mit dem Versand der oben angeführten Unterlagen an das Postfach. Eine automatische Eingangsbestätigung zeigt, dass die Unterlagen auch tatsächlich angekommen sind. Innerhalb von wenigen Tagen folgt eine Bestätigung mit einer Geschäftszahl. Verfahren von Berufspiloten sollen vorrangig behandelt werden. Das Ergebnis der Beweisaufnahme erhält der Antragsteller nach ca. zwei Monaten. Nach der Einverständniserklärung vergehen nochmals ein paar Tage bis der Bescheid mittels eingeschriebenem Brief einlangt. Mit dem Bescheid kommt auch die Plakette mit.

Wie geht es weiter?

Die Bewilligung eines uLFZ ist für ein Jahr ab Erhalt des Bescheides gültig (Datum steht am Bescheid). Die Bewilligung ist verlängerbar um nochmals 2 Jahre und kostet erneut ca. 300 Euro. Eine weitere Verlängerung ist nicht vorgesehen.

Die Unterlagen (Bescheid, Versicherungsdokument, technische Beschreibung) sind bei Betrieb des uLFZ stets mit sich zu führen. Die Plakette ist fix an der Dohne anzubringen. Es handelt sich dabei um eine selbstklebende Folie in etwa so groß wie eine Visitenkarte. Ist die Plakette zu groß, kann diese so zurecht geschnitten werden, dass trotzdem alle Daten gut erkennbar und lesbar sind. Weiters ist sind Betriebsaufzeichnungen zu führen. Diese müssen zumindest Datum, Uhrzeit, Einsatzdauer, Einsatzort, Pilot und Vorkommnisse enthalten.

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