DLR erprobt Koordination von Drohnen im städtischen Luftraum

DLR erprobt Koordination von Drohnen im städtischen Luftraum

Es ist gut möglich, dass wir schon in wenigen Jahren Drohnen im städtischen Luftraum sehen werden. Damit dies sicher und unfallfrei funktionieren kann, braucht es allerdings eine aktive Koordination zwischen Drohnen. Nur, falls diese einander Flugrouten kommunizieren und koordinieren, können Zusammenstöße verhindert werden.

Im Hamburg hat das Deutsche Zentrum für Luft-  und Raumfahrt nun die Koordination zweier Drohnen in einem realistischen Anwendungsfall simuliert – mit großem Erfolg.

Das Projekt „City Air Traffic Management – City-ATM”

Die Forschungsarbeiten hatten den Zweck, den zukünftigen Einsatz von Drohnen im städtischen Luftraum zu simulieren. Man geht nämlich davon aus, dass dieses Szenario bereits in wenigen Jahren zum Realfall werden könnte. Darum hat man sich mit Partnern aus Wirtschaft und universitärer Forschung zusammengeschlossen. Das Projekt selbst wurde mit dem Namen Projekt City Air Traffic Management (City-ATM) tituliert.

Hierzu hat man im April zwei Drohnen zum Einsatz gebracht, um einen Testflug um die Kohlbrandbrücke in der Hanse-Stadt durchzuführen. Das CITY-ATM sollte den Flugverkehr dieser beiden Drohnen koordinieren und die Testergebnisse anschließend ausgewertet werden.

Koordination von Drohnen in städtischem Luftraum als Zukunftsszenario

Das Testszenario war dabei folgendes: eine der beiden Drohnen sollte um die Brücke herumfliegen, die andere sollte auch unter und über dieser schweben. Beide Drohnen sollten währenddessen die Brücke auf mögliche Risse untersuchen. Auch die restlichen Testbedingungen waren real – man hatte keine Unterbrechung von Schiff- und Straßenverkehr erzwingen wollen.

Stefan Kern, Leiter des Projekts vom DLR-Institut für Flugführung, sagte: „Unter sehr realistischen Bedingungen haben wir gezeigt, wie zwei Kamera-Drohnen parallel arbeiten können – von der Flugplanung über die Erkennung und Identifikation bis hin zur Flugüberwachung und Konflikterkennung und -vermeidung.

Der Anwendungsfall eines Brückenfluges bot ein ideales Testszenario, da die Drohnen besonders eng und sehr dynamisch zusammenarbeiten mussten.“

Drohnen mit Telemetrie- und Kommunikationstechnologien ausgestattet

Das DLR-Institut hatte die beiden Drohnen selbst für das Experiment bereitgestellt und präpariert. Es wurden spezielle Geräte zu Telemetrie und Kommunikation angebracht, damit die Koordination erfolgreich gelingen konnte. Über diese Geräte war ein laufender Austausch von Informationen zwischen den Fluggeräten und der zentralen Leitstelle gegeben.

Eine integrierte Luftsituationsanzeige (Air Situation Display) mit Drohnenortung wurde von der Deutschen Flugsicherung (DFS), die in Deutschland für die Flugsicherung zuständig ist, durchgeführt.

Durch die laufende Übermittlung des aktuellen Flugverkehrs vor Ort, konnten die Piloten sicherstellen, dass zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Gefahrensituationen gegeben waren. Für die Testflüge wurde die zum Institut für Flugführung gehörende U-Fly Bodenkontrollstation für Drohnen eingesetzt.

Drei Schritte zur Erstellung des City-ATM Projekts

Das für City-ATM entwickelte System besteht aus mehreren Schritten.

  1. Zunächst werden die Piloten und Drohnen elektronisch für die Startfreigabe registriert und authentifiziert; die geplanten Flugmissionen unter Berücksichtigung der räumlichen Flugbeschränkungen (Geofences).
  2. Dementsprechend wurden Flugrouten unter Berücksichtigung der Flugleistung der Ausrüstung sowie der örtlichen Gegebenheiten und Zeitvorgaben erstellt.
  3. Diese Vorbereitungsschritte ermöglichten es, mögliche Konflikte vor dem Start zu erkennen. Besonders wichtig ist, dass Drohnenflüge über große Entfernungen und Flüge über die Sichtlinie der steuernden Piloten hinaus andere Luftraumnutzer frühzeitig erkennen und vermeiden können.

Weitere Tests mit Partnerunternehmen bis Ende 2020 anberaumt

Das City-ATM-System wird bis Ende 2020 für andere Anwendungsfälle getestet. Die Forscher werden auch Bereiche wie den optimalen Einsatz von Drohnen für Rettungskräfte untersuchen.

Dabei wird man die Zusammenarbeit mit einigen wichtigen Partnern fortsetzen, wobei die namhaftesten darunter die DFS Deutsche Flugsicherung und dem Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung GmbH (ZAL) sind.

Christian Brandstötter MMSc ist freiberuflicher Autor und Blogger aus Niederösterreich. Wenn er nicht über spannende neue Anwendungsfälle von Drohnen berichtet, schreibt er über Blockchain-Technologie, digitale Vermögenswerte und innovative Software.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*

 

Passwort vergessen