SCHUTZ UND SICHERHEIT

Wenn eine Drohne und ein Flugzeug kollidieren: hier die Folgen

Drohne und ein Flugzeug kollidieren

Immer wieder kam es in letzter Zeit zu Zwischenfällen mit Drohnen, die verbotenerweise in der Nähe von Flughäfen gesteuert wurden. Welche Bedrohung Drohnen für den Flugverkehr wirklich darstellen, wurde jetzt in einem Test überprüft. Darin zeigt sich: wenn eine Drohne und ein Flugzeug kollidieren, kann dies sogar zum Absturz des Flugzeugs führen.

Zunehmender Drohnen-Boom als Grund zur Sorge

Drohnen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Zwar können Drohnen für viel Spaß und Unterhaltung sorgen, für die Aufnahme von tollen Bildern oder im kommerziellen Bereich von der Landwirtschaft, Inspektion bis hin zur Rettung und Bergung eingesetzt werden. Doch Drohnen bringen nicht nur gutes, sie können auch eine ernste Gefahr darstellen.

Forscher und Vertreter der Flugzeugindustrie sehen dem schon länger mit Argwohn entgegen. Nachdem es vor einigen Monaten in Schwechat zu einem Zwischenfall mit einer Drohne kam, forderten Flugbelegschaftsvertreter strengere Strafen für die verantwortlichen Drohnen-Piloten. In London Heathrow gab es 2016 einen gefährlichen Zwischenfall mit einer Drohne. Andernorts arbeiten Wissenschaftler an Drohnen, die Vögel von Flughäfen fernhalten können.

Simulation des Ernstfalls: wenn Drohne und ein Flugzeug kollidieren

Wie schlimm eine mögliche Kollision von Drohne und Flugzeug allerdings wirklich ausfallen kann, wollte jetzt eine Forschergruppe an der University of Dayton wissen. In einem Testlabor hat man einen Flugzeugflügel montiert und eine knapp 1,2kg schwere Drohne auf den Flügel gefeuert.

Sie simulierten den Zusammenstoß bei einer Geschwindigkeit von knapp 383 km/h, wie sie sich bei einer niedrigen Flughöhe ereignen könnte. Wie auf Videoaufnahmen des Experiments zu sehen ist, hat die Drohne dabei starke Schäden an dem verwendeten Flügel eines Leichtflugzeugs verursacht.

Schäden tiefgreifender als Vogelschlag

Um die Aussagekraft des Tests zu erhöhen, ging man dabei weiter und simulierte auch eine Kollision eines Vogels mit dem selben Flügel. Dabei wirkten dem ersten Anschein nach die durch den Vogelschlag verursachten Schlägen stärker.

Eine nähere Betrachtung des inneren des Flügels brachte dann aber einen gegenteiligen Befund: tatsächlich war die Drohne viel tiefer in den Flügel eingedrungen und hatte den Hauptträger beschädigt. Das könnte im Extremfall sogar zum Absturz des Flugzeugs führen, wie Kevin Poormon, der Leiter des Experiments berichtet: „Die gesamte Außenfläche des Flugzeugs hängt an diesen Trägern. Beschädigt die Drohne eine davon genügend stark, so stürzt das Flugzeug ab.“

Zwar hat man in diesem Experiment nur den Flügel eines Kleinfliegers verwendet. Dieser ähnelt jedoch jenem großer Passagierflugzeuge, mit anderen Worten: die Hauptträger großer Passagiermaschinen sind damit nur unwesentlich stärker. Das Ergebnis der Studie ließe sich somit also auch auf normale Passagierflugzeuge umlegen.

Forscher empfehlen Einbau von Sollbruchstellen

Angesichts dieser schockierenden Ergebnisse stellt sich natürlich die Frage, wie man die Gefahr für die zivile Luftfahrt minimieren kann. Die Forscher schlagen im Lichte der Resultate ihres Experiments vor, dass man nur Drohnen mit einem geringen Gewicht zulassen dürfte.

Zudem lassen sie mit einem weiteren Vorschlag aufhorchen. Man solle den Ernstfall, in dem eine Drohne und ein Flugzeug kollidieren, bereits bei der Konstruktion der Drohne berücksichtigen. Eingebaute Sollbruchstellen könnten eine stärkere Beschädigung des Fliegers bei Kollision verhindern.

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