SCHUTZ UND SICHERHEIT

Drohnen-Abwehr: So kann man Flughäfen vor Drohnen schützen

Drohnen-Abwehr Flughäfen vor Drohnen schützen

Ende Dezember 2018 legt ein Drohnen-Alarm den Flughafen London Gatwick für 36 Stunden lahm. Keine 2 Wochen später werden in London Heathrow Drohnen gesichtet, wieder wird der Flugverkehr für kurze Zeit gesperrt. Angesichts dieser Zwischenfälle sind effektive Mittel zur Drohnen-Abwehr gefragt. Doch wie soll man Flughäfen vor Drohnen schützen?

Tatsächlich werden viele mögliche Lösungen diskutiert. Laser, Störsender und Greifvögel sind nur einige der debattierten Ansätze.

Drohnen mit Lasern vom Himmel holen

Die wohl militärischste Lösung ist es, feindliche Drohnen vom Himmel zu schießen. Weil ein Beschuss mit Raketen oder sonstiger Munition auf Passagierflughäfen allerdings zu riskant ist, stellen Laser eine alternative Option dar.

Allerdings sind auch Laser mit hohen Risiken verbunden. Es gilt die Gefahr für startende und landende Passagierflugzeuge so gering wie möglich zu halten. Ob man mit dieser Technologie jemals Flughäfen vor Drohnen schützen wird, bleibt also fraglich.

Mit Störsendern Landung erzwingen und Flughäfen vor Drohnen schützen

Eine vieldiskutierte Lösung ist der Einsatz von Störsendern. Sie können eine Kommunikation mittels GPS- und Radiofrequenzwellen zwischen steuerndem Drohnen-Piloten und dem Flugobjekt unterbrechen. Bricht der Funkkontakt, ab kann es zum Absturz der Drohne oder einer erzwungenen Notlandung kommen.

Sie werden jedoch wahrscheinlich nicht auf Flughäfen eingesetzt oder wirksam sein, da viele andere Flugzeuge und Besatzungsmitglieder zur Kommunikation auf Funkwellen angewiesen sind.

Die US-Luftfahrtbehörde hat den Einsatz solcher Geräte in der Nähe von Flughäfen bereits explizit verboten.

Greifvögel als überraschend wirksames Mittel zur Drohnen-Abwehr

Ungewöhnlich ist hingegen ein Ansatz, den man in den Niederlanden kurzzeitig verfolgt hat. Hier wollte man Raubvögel so trainieren, dass sie feindliche Drohnen angreifen und vom Himmel holen. Der Erfolg blieb allerdings aus.

Im Jahr 2016 begann die niederländische Polizei mit der Ausbildung von Adlern zur Jagd auf Drohnen. Ein Jahr später wurde das Programm jedoch eingestellt. Gründe hierfür waren die hohen Kosten für das Training der Vögel, die anscheinend nicht immer das taten, wofür sie ausgebildet wurden.

Jäger-Drohne schleppt feindliche Drohne mittels Fangnetz ab

Das niederländische Technologieunternehmen Delft Dynamics hat eine Abfangdrohne entwickelt – den so genannten DroneCatcher.

Diese größere, unbemannte Abfangdrohne kann kleinere UAVs jagen und sie mit einem Fangnetz vom Himmel holen. Das Netz bleibt nach Auswurf auf der Drohne befestigt, damit sie den Feind in eine gefahrenfreie Zone ziehen kann.

Anti-Drohnen-Netze als Fangmittel

Mehrere Unternehmen, wie OpenWorks Engineering, Droptec und DroneDefence, haben tragbare „Waffen“ entwickelt, die Netze auswerfen, um Drohnen einzufangen.

Das SkyWall 100-System von OpenWorks Engineering beispielsweise feuert ein Netz ab, um Drohnen aus bis zu 100 Metern Entfernung mit einer 10kg-schweren Bazooka zu fangen.

Das Gerät verfügt über ein intelligentes Zielfernrohr, das den Benutzern hilft, sich auf ein Ziel festzulegen. Es schießt ein Netz mit der Kraft ab, die für das Einfangen einer sich schnell bewegenden Drohne erforderlich ist.

Das in Northumberland ansässige Unternehmen gibt an, dass die Bazooka innerhalb von acht Sekunden nachladen kann. OpenWorks bietet auch eine automatisch montierte Pistole an, die Drohnen erfassen kann, die in einem verbotenen Bereich betrieben werden.

Die Drohnenabwehrkanone von Droptec kann unbemannte Flugkörper aus 30 Metern Entfernung abschießen.  Das Gerät wurde angeblich verwendet, um Donald Trump beim Besuch des Weltwirtschaftsforums in Davos zu schützen.

Welche Methode wird sich durchsetzen?

Trotz der zahlreichen und vielfältigen Methoden, mit denen man Flughäfen vor Drohnen schützen können sollte, fehlt ein klarer Favorit. Vielmehr haben alle aufgezeigten Methoden große Schwächen, die gegen einen Einsatz sprechen.

Dazu zählt auch das Geofencing, auf welches wir in einem vergangenen Beitrag bereits detailliert eingegangen sind. Wie man bei der Drohnen-Abwehr vorgehen kann, sodass beim nächsten Drohnen-Alarm nicht wieder ein ganzer Flughafen lahmgelegt wird, bleibt also weiterhin ein Rätsel.

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