SCHUTZ UND SICHERHEIT

Drohnen als Gefahr für Passagierflugzeuge

Auf Flughäfen kommt es vermehrt zu Problemen mit unbemannten Flugobjekten

Drohnen im Luftraum bedrohen immer mehr Passagierflugzeuge.

Einige Menschen sehen die Gefahren nicht, die von unerlaubten Drohnen-Flügen ausgehen. Doch mit unbemannten Luftfahrzeugen (uLFZ) in der Nähe von Flughäfen und anderen Flugverbotszonen ist nicht zu spaßen. Es können durchaus gefährliche Situationen entstehen, wenn es zu Kollisionen kommt. Zum Glück forderten die bisherigen Zusammenstöße keine Toten und gingen recht glimpflich aus. Nichtsdestotrotz sind Drohnen im Luftraum gefährlich.

Drohnen bedrohen den Luftverkehr

Bereits 2016 kam zu einer Drohnen-Kollision mit einem Flugzeug am Londoner Flughafen Heathrow. Das war jedoch bei Weitem nicht der einzige Zwischenfall. Seither kam es noch zu einigen weiteren brenzligen Situationen. Im Oktober ereignete sich im französischsprachigen Teil von Kanada, in Québec, eine Kollision von einem Passagierflugzeug und einer Drohne. Laut der FAZ prallte das uLFZ in eine Linienmaschine der Fluggesellschaft Skyjet, als diese landen wollte. Der Pilot der Maschine konnte trotz kleinem Schock ohne Probleme die Landung durchführen. Hätte die Drohne das Cockpit-Fenster oder eines der Triebwerke getroffen, wäre der Vorfall vermutlich schwerwiegender ausgefallen. Zusätzlich ist die Gefahr eines Brandes nicht gering, prallt ein größerer Multikopter auf ein Flugzeug.

Natürlich stellen sich, besonders als Insasse eines solchen Passagierflugzeuges viele Fragen. Warum flog die Drohne ganze 450 Meter hoch und das keine drei Kilometer von einem Flughafen entfernt? Die Vorschriften sind in diesem Fall klar missachtet worden.

„Kanada hat im März dieses Jahres die Vorschriften verschärft: Demnach dürfen Drohen nicht mehr näher als 5,5 Kilometer an Flughäfen heranfliegen und eine Höhe von 90 Metern nicht überschreiten. Zuwiderhandlungen können mit bis zu 25.000 kanadischen Dollar (umgerechnet etwa 16.900 Euro) oder einer Gefängnisstrafe geahndet werden. In Deutschland ist ab dem 1. Oktober eine Art Führerschein („Kenntnisnachweis“) für größere zivile Drohnen Pflicht“, so der Spiegel. 

Auch in der Schweiz kam es zu einem prekären Zwischenfall. Ein Airbus der Swiss wollte in Zürich landen, da kam ein uLFZ gefährlich nahe an die Maschine heran. Der Pilote des Flugzeuges wurde gewarnt, an Ausweichen war nicht zu denken. Zwei Sekunden soll die Crew die Drohne mit einem Meter Durchmesser beobachtet haben, ehe der Airbus an ihr vorbei flog, so BLICK.

Flughafen Wien und die Drohnen im Luftraum

Mitte Dezember sichteten die Insassen eines Flugzeuges im Bezirk Bruck an der Leitha eine Drohne. Nachdem rund um den Flughafen Wien-Schwechat ein absolutes Flugverbot besteht, muss auch so einem Fall nachgegangen werden – selbst wenn es zu keiner unmittelbaren Bedrohung kam. Der Standard schreibt hierzu, dass es bei einer vorsätzlichen Gefährdung der Sicherheit der Luftfahrt bis zu zehn Jahre Haft drohen. Zudem muss bei Drohnen im Luftraum eine Bewilligung der Austro Control eingeholt werden außer die Drohne fällt in die Spielzeugkategorie und überschreitet nicht die maximale Bewegungsenergie von 79 Joules. Im Fall vom Dezember konnte der verantwortliche Drohnen-Pilot noch nicht ausgeforscht werden.

Sich informieren, wo Fliegen überhaupt erlaubt ist, sollte aufgrund der stetigen Gefahr, die von Drohnen ausgeht unabdingbar sein. Denn Passagierflugzeuge sind noch relativ resistent, ein Segelflieger beispielsweise schon weniger und von diesen sind auch sehr viele in Österreich, besonders bei schönem Wetter unterwegs. Wenn die Anzahl an uLFZs weiterhin steigt, muss die Austro Control beginnen, an Abwehrsysteme gegen Drohnen zu denken.

Studentin in Wien, aus Oberösterreich. Interessiert an allerlei Medien, Fotografie, Geschichte, Ornithologie und guten Frühstücksmöglichkeiten.

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