SCHUTZ UND SICHERHEIT

Drohnen als Lebensretter – 2 Schwimmer gerettet

Weltweit erste Seerettung per Drohne

Drohnen als Lebensretter

In Australien kam es kürzlich zu einem dramatischen Vorfall. In Lennox Head, im australischen Bundesstaat New South Wales, gerieten zwei Teenager durch starken Wellengang in raue Gewässer. Der Einsatz einer auf die Seerettung spezialisierten Drohne zeigt auf, dass Drohnen als Lebensretter agieren können.

Als Rettungsschwimmer die 2 Jugendlichen erkannten, verständigten sie daraufhin den Drohnenpiloten. Daraufhin steuerte dieser die speziell für die Überwachung von Surfern und Schwimmern konzipierte Drohne zum Einsatzort.  Dort warf die Drohne einen selbstaufblasenden Hilfsgegenstand ab, an dem sich die in Not befindlichen Teenager festhielten. So konnten sie in Kürze wieder sicher an Land schwimmen.

Drohne mehrere Minuten schneller als Rettungsschwimmer

Wie TheStar berichtet, dauerte der gesamte Rettungsvorgang bloß eine Minute. Man schätzt, dass ein Rettungsschwimmer für den selben Ablauf einige Minuten länger gebraucht hätte. Die Seerettung per Drohne wurde von der Drohnenkamera aufgezeichnet und nun auch von der französischen Presseagentur AFP auf YouTube veröffentlicht.

Australische und internationale Medien feierten die beachtenswerte Rettung. Kein Wunder, schließlich gilt sie als die erste per Drohne durchgeführte Rettung von in Seenot befindlichen Personen.

Seerettung per Drohne – dank Künstlicher Intelligenz (KI)

Bei diesem Rettungsvorgang kam eine Spezialdrohne zur Meeresüberwachung und Seerettung zum Einsatz. Ihre Kamera erkennt in Not befindliche Schwimmer und kann automatisch oder durch manuellen Eingriff einen Rettungskörper abwerfen. Dabei wird die Drohne durch Künstliche Intelligenz (KI)-Software unterstützt. Die Software kann im Meer befindliche Kreaturen wie Haie oder Personen mit 90% Genauigkeit erkennen. Menschen hingegen gelingt eine korrekte Einstufung nur in 16% der Fälle.

Entwickler haben die Software mittels Analyse von Tausenden von Luftaufnahmen trainiert. Das Ergebnis ist ein Algorithmus, der einen solch beeindruckenden Prozentsatz schafft. Damit soll die Drohne Schwimmern und Surfern sowohl vor rauem Wellengang als auch vor gefährlichen Raubfischen Schutz bieten.

Australien, das weithin als Surferparadies und für seine atemberaubenden Strände bekannt ist, ist weltweit führend bei der Meeresüberwachung und Seerettung  per Drohne. Aktuell wird der Einsatz an Dutzenden von Stränden, vor allem in New South Wales, getestet.

Drohnen als Lebensretter – Bei Unfällen, Katastrophen, Lawinen, Medizintransport

Wie dieser Fall eindrucksvoll beweist, ist Search and Rescue ein relevantes Anwendungsgebiet für Drohnen. Und zwar überall dort, wo Menschen nur schlecht oder verspätet zum Einsatz kommen können.

Man diskutiert bereits zahlreiche weitere Einsatzfälle für Drohnen als Lebensretter. Etwa die Spezial-Drohne „Navig8“ von 4FrontRobotics, die im Falle von Bränden und Katastrophen in Gebäude fliegt. Sie kann Menschen aufspüren und deren Aufenthaltsort an Rettungsteams melden.

Das Drohnen-Start-up Zipline hat eine Drohne konzipiert, die Blutkonserven in kürzester Zeit in entlegene Gebiete bringen und so Leben retten kann. Das Unternehmen testet den Einsatz der Drohne bereits seit 2016 erfolgreich in Ruanda und nun auch in Tansania, wie The Verge berichtet. Die sensible Fracht wird anschließend aus dem Bauch der Drohne mittels Fallschirm abgeworfen und sicher zu Boden gelassen.

Ausgerechnet in den flachen Niederlanden beheimatet ist das Start-up Aerialtronics. Das Unternehmen hat eine auf die Erkennung von unter Lawinen befindlichen Skifahrern spezialisierte Drohne entwickelt. Die Kamera kann sowohl normale als auch Infrarot-Kameras tragen. Sie kann vom Schnee verschüttete Personen durch Hitzesignale aufspüren und den Aufenthaltsort an das vor Ort befindliche Rettungsteam melden.

Christian Brandstötter MMSc ist freiberuflicher Autor und Blogger aus Niederösterreich. Wenn er nicht über spannende neue Anwendungsfälle von Drohnen berichtet, schreibt er über Blockchain-Technologie, digitale Vermögenswerte und innovative Software.

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