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Drohnen gegen Steuerhinterziehung: Einsatz in Griechenland

Drohnen gegen Steuerhinterziehung

Entgangene Steuereinnahmen sind eine Belastung für jeden Staat. Das gilt natürlich auch in Griechenland. Hier greift man jetzt zu einem außergewöhnlichen Mittel: man möchte Drohnen gegen Steuerhinterziehung einsetzen.

Tatsächlich überwacht man dabei ob etwa Anbieter von Bootstouren ihren Kunden Tickets gegen Rechnung verkaufen – oder nur schwarz kassieren.

Erster Einsatz im Touristenparadies Santorini

Man mag es kaum glauben. Für den Probeeinsatz ihrer Drohnen gegen Steuerhinterziehung wählten die griechischen Behörden das Touristenparadies Santorini. Jährlich strömen zigtausende Touristen hierher, um mit Bootstouren die vom Meer überdeckten Vulkankrater zu bewundern.

Weil sich herumgesprochen hatte, dass dies zumeist illegal und ohne Ausstellung von Rechnungen erfolgte, nahmen die Behörden die Touranbieter ins Visier. Tatsächlich zeigen sich die Behörden mit den ersten Ergebnissen zufrieden.

€ 25.000 nachgewiesener Schaden an 1 Tag

Bereits der erste Einsatz der Drohne zeigte, wie groß das Ausmaß des illegalen Ticketverkaufes ist. Wie die Independent Authority for Public Revenue, überwachte man bei dem eintägigen Einsatz 9 Tourboote.

Die von der Drohne aufgezeichneten Vergehen beliefen sich auf einen beeindruckenden Gesamtwert von 25.000 Euro. Das bedeutet hochgerechnet, dass dem Staat somit knapp 750.000 Euro an Steuereinnahmen pro Monat (!) entgehen.

Passagieranzahl mit Rechnungen verglichen

Doch wie ging man dabei überhaupt vor? Zunächst wurde die Drohne im Hafen über die Boote geflogen und machte Aufzeichnungen von der Anzahl an Bord befindlichen Passagieren. Diese Zahl wiederum verglich man dann mit der von den Touranbietern gemeldeten Passagierzahl und manuell durchgeführten Kontrollen an Board.

Offensichtlich wurde eine große Diskrepanz zwischen Passagieren und gemeldeten Ticketverkäufen festgestellt.

Drohnen gegen Steuerhinterziehung: ein ausbaufähiges Modell?

Angesichts dieses Potenzials überlegt man bereits weitere Bereiche, um die Drohnen gegen Steuerhinterziehung ermitteln zu lassen. Der Einsatz der Drohnen soll nun bald ausgeweitet werden. Denn schließlich sind Griechenlands Staatskassen marod, das Land hat seit jeher ein hohes Ausmaß an Steuerbetrug hat und die Nächtigungszahlen im Tourismus steigen rasant.

Das Ministerium selbst kommentiert den Einsatz nur knapp: „Wir haben Drohnen erstmals auf experimenteller Basis eingesetzt, um die Anzahl von an Board befindlichen Touristen zu überwachen,“ kommentierte ein Vertreter.

Es ist dabei allerdings fraglich, ob sich die Drohnen gegen Steuerhinterziehung wirklich durchsetzen können. Man wird es erst sehen. Einstweilen stellt sich die Frage: welche Möglichkeiten für ihren Einsatz gäbe es wohl noch?

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