ALLGEMEINES

Drohnen im Einsatz für den Tierschutz

Nicht nur Menschen profitieren von den unbemannten Flugobjekten, auch Tiere ziehen ihren Nutzen aus ihnen

Drohnen im Einsatz für den Tierschutz oder auch Tiere zählen mit Drohnen werden zu wichtigen Themen im Bereich Drohnen im Tierschutz.

Seit einigen Jahren unterstützen Drohnen den Menschen in der Logistik, der Landwirtschaft, im Bereich Schutz und Sicherheit und vielen anderen. Sie bewahren Wassersportlerinnen und Wassersportler vor Hai-Angriffen, retten Reh-Kitze vor dem Tod durch Mahd und setzen sich gegen den Borkenkäfer in Österreichs Wäldern ein. Nun erhöht sich die Zahl von Drohnen im Einsatz für den Tierschutz und es kommen neue Bereiche hinzu.

Im Kampf gegen Wilderer

Im Nationalpark Hluhluwe Imfolozi in Südafrika fungieren unbemannte Flugobjekte als Tierschützer und überwachen Elefantenherden. Laut The Huffington Post kamen jedes Monat um die zwölf bis 19 Tiere um – erschossen von Wilderern, die die Stoßzähne anschließend nach Asien verkaufen. Tierschützer und Tierschutzorganisationen setzen sich seit Langem für den Schutz der hilflosen Tiere ein. Umso ärgerlicher ist es, wenn die Bemühungen zunichte gemacht werden.

Seit geraumer Zeit schweben ferngesteuerte Drohnen über den Elefanten, ausgestattet mit Nachtsichtgeräten und Infrarot-Kameras. Sie verfolgen die Elefantenherden und erkennen Wilderer, bevor sie den Tieren zu nahe kommen. Die Drohnen informieren so die Wildhüter über den Standort der Wilderer, die anschließend für Schutz und Sicherheit der Elefanten sorgen.

„Der Computer entwirft einen Flugplan für die Drohne, der mit 93-prozentiger Sicherheit voraussagt, wo die Herden sich zu einem bestimmten Zeitpunkt befinden werden und wo Wilderer am wahrscheinlichsten zuschlagen werden„, heißt es in The Huffington Post.

Natürlich ist der Einsatz von Drohnen in diesem Bereich mit irrsinnig hohen Kosten verbunden, weshalb bisher nur ein Drohnen-Team im Nationalpark finanzierbar ist.

Drohnen im Tierschutz:Tiere zählen mit Drohnen

Nicht nur im warmen Südafrika kommen die unbemannten Flugobjekte zum Einsatz, auch in kalten Regionen wie der Antarktis unterstützen sie den Tierschutz und die Wissenschaft. Auf VET-MAGAZIN.at heißt es, dass Tiere zählen mit Drohnen durchaus sinnvoll ist. Vor allem bei Pinguinen scheint dies gut zu funktionieren. Bestandsentwicklungen sind auf diese Weise leichter festzustellen und unterstützen Klemmbrett und Kugelschreiber. Systematische Daten mit einer hohen räumlichen und zeitlichen Auflösung sind so erzeugbar und für immer festgehalten. Zudem verringert sich der Aufwand dadurch erheblich.

Doch nicht nur das Zählen von Pinguinen ist mit Drohnen möglich. Auch das Monitoring von anderen Vogelarten und Robben ist dank der neuesten Technik keine Schwierigkeit mehr. Die Vorgehensweise der Forscher gestaltet sich somit weitaus effektiver. Und auch sind Drohnen im Einsatz um Wildschweine aufzuspüren.

Jedoch ist Vorsicht geboten, denn manche Tierarten fühlen sich durch die fliegenden Objekte gestört. Tiere mit Drohnen zu zählen ist folglich nicht immer die beste und nachhaltigste Variante. Nicht umsonst gelten in österreichischen Nationalparks besondere Regelungen, was die Mindestflughöhe betrifft. kurier.at schreibt, dass die erlaubte Flughöhe über Naturschutzgebieten je nach Bundesland zwischen 2500 und 5000 Metern variiert. Im Nationalpark Thayatal kommt es immer wieder zu nicht legitimierten Drohnenflügen von Hobby-Piloten. Ebenso im nicht weit entfernten Naturschutzgebiet am Kaltenleutgebner Steinbruchsee sind Drohnen zu einem Problem geworden. Sie und illegale Badegäste stören die Tiere. Auf noen.at heißt es sogar, dass aufgrund von Drohnen Vogelarten wie Grauspecht, Goldammer und Sumpfmeise verletzt und getötet werden.

Vögel reagieren empfindlich auf Störfaktoren

Fliegen Drohnen zu nahe über den Baumwipfeln, fühlen sich manche Vogelarten extrem gestört. Besonders in der Brutzeit kann dies zu einem massiven Defizit an erfolgreichen Bruten führen. In einer umfangreichen Studie über den „Störfaktor Drohne“, wurden laut SPIEGEL ONLINE Stockenten, Rosaflamingos und Grünschenkel über 200 Mal mit Quadrocopter angeflogen. Die Geräte hatten unterschiedliche Farben und näherten sich mit verschiedenen Geschwindigkeiten. Es stellte sich heraus, dass die untersuchten Vogelarten erst das Weite suchten, als die Drohne schon sehr an ihnen vorbeizog.

Ein für Störfaktoren sehr empfindlicher Vogel: Der Grünschenkel

„In 80 Prozent der Versuche kamen die Drohnen bis auf vier Meter an die Vögel heran, ohne sie sichtbar zu stören. Farbe, Geschwindigkeit und Lärm hatten keinen Einfluss auf die Reaktion der Tiere, wohl aber die Position“. 

Standen die Drohnen direkt über den Vögeln, bewegten diese meist den Kopf oder das Schwanzgefieder. Daraufhin machten sie sich häufig aus dem Staub. Zudem gilt es zu erwähnen, dass besonders Grünschenkel sehr sensibel auf Störungen reagieren. Je nach Vogelart müssen daher differente Regeln zum Einsatz von Drohnen erstellt werden. Wenn die Drohne einem potentiellen Feind ähnlich sieht, ist die Vogelart schneller gestört als wenn nicht. In Australien sehen Keilschwanzadler Drohnen als ihre Feinde an und holen sie in den meisten Fällen vom Himmel, wodurch immense Kosten entstehen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Drohnen viel Positives zum Tierschutz beitragen aber auch Vorsicht und Respekt gegenüber der jeweiligen Tierart geboten ist. Tiere zählen mit Drohnen funktioniert definitiv gut, es bedarf jedoch intensivere Forschung, inwiefern Drohnen Tiere stören und wie intensiv die unbemannten Fluggeräte einsetzbar sind.

Studentin in Wien, aus Oberösterreich. Interessiert an allerlei Medien, Fotografie, Geschichte, Ornithologie und guten Frühstücksmöglichkeiten.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*

 

Passwort vergessen