LANDWIRTSCHAFT UND FORSTWIRTSCHAFT

Drohnen in der Landwirtschaft

In den letzten Jahren wurde der Einsatz von Drohnen vermehrt in der Landwirtschaft getestet - und das mit großem Erfolg, denn die unbemannten Fluggeräte steigern die Effizienz und verrichten Arbeiten, die für Menschen wenig bis gar nicht möglich sind

Drohnen in der Landwirtschaft (Landwirtschaftsdrohnen) bestimmen die Zukunft.

In der Zukunft werden Drohnen in der Landwirtschaft eine große Rolle spielen. Sie können in den unterschiedlichsten Bereichen eingesetzt werden. Besonders bei der Düngung von Feldern stellen sie eine enorme Unterstützung dar. Mit ihnen ist es möglich, die Menge an Düngemitteln für die jeweiligen Flächen anzupassen und zu optimieren. Landwirtschaftsdrohnen analysieren die Gegebenheiten und verteilen anschließend den Dünger. Die Verwendung von Drohnen in diesem Anwendungsbereich lohnt sich bei großen, heterogenen Feldern – beispielsweise bei Raps und Getreide.

Wie funktioniert der „unbemannte Erntehelfer“?

Die Funktionsweise ist bei Weitem nicht so komplex, wie vorerst vermutet. Als erstes beginnt die Drohne zu fliegen, um Fotos von den jeweiligen Feldern zu schießen. Diese werden anschließend mittels Computer zusammengefügt und analysiert. Laut der FAZ legt eine bereits 2014 vorgestellte Drohne den Fokus auf die Analyse von Grüntönen und Lichtreflexionen, an denen der Stickstoffgehalt ersichtlich ist. So kann gegebenenfalls Stickstoff nachgereicht werden, um ein erfolgreiches Wachstum der Pflanzen zu gewährleisten. Weiters werden Stickstoff und Pestizide eingespart und nicht unnötig am Feld verteilt. Auch braucht es hierfür keinen Diesel mehr, da die Traktoren in der Garage bleiben können. Ein zusätzlicher Vorteil der Verwendung von Drohnen in der Landwirtschaft ist der dadurch verringerte zeitliche Aufwand, da so die Erledigung vieler Dinge schneller möglich ist.

Es ist anzumerken, dass nicht jede Drohne zur landwirtschaftlichen Nutzung gleich funktioniert. Auch hier gibt es bereits unterschiedliche Modelle, angepasst an die jeweiligen Bedürfnisse der Landwirte. Die Sensoren zur Erfassung sind – je nach Anwendungsbereich – an unterschiedlichen Stellen montiert. Die Agrarzeitung schreibt, dass die Sensoren den sichtbaren und nicht-sichtbaren Spektralbereich (nah dem Infrarotbereich) erfassen. Aufgrund diesen Ergebnissen kann der Chlorophyllgehalt der Pflanzen, die Biomasse der Ackerkulturen und eben auch die Stickstoffaufnahme- und Verfügbarkeit eingeschätzt werden.

Precision Farming als großes Thema

Mit diesem englischsprachigen Begriff ist eine ortsdifferenzierte und zielgerichtete Landwirtschaft gemeint. Dabei werden die verschiedenen Pflanzen (z.B.: Mais, Getreide, Gemüse) auf die unterschiedlichen Böden angepasst, um maximalen Ertrag zu generieren und den jeweiligen Boden optimalst zu nutzen. Hier können Drohnen  aufgrund ihrer technischen Fähigkeiten ebenfalls eine große Hilfe sein. Springer schreibt, dass mithilfe von Drohnen zur Überprüfung von Bestandssituationen kommt und die daraus resultierenden Ergebnisse den Richtwert für die Düngung vorgeben. Somit ist der spezifische Einsatz von Pflanzenschutzmittel dezidiert möglich.

Beispielsweise der Wert des Stickstoffs sagt viel darüber aus, wie viel Dünger Drohnen in der Landwirtschaft einer erfolgreichen Ernte hinzufügen sollten. Zufahrtswege oder Gebüsch, welches als Abtrennung zwischen zwei Feldern fungiert, verfälschen die Ergebnisse nicht. Wie die Agrarzeitung betont, können bereits sechs bis zehn Wochen vor der Ernte Aussagen zu den Ertragsunterschieden und somit auch zu Behandlungsvarianten getroffen werden. Dies alles sind Teile einer präzisierten, landwirtschaftlichen Nutzung.

Drohnen in der Landwirtschaft im Kampf gegen den Maiszünsler

Diese recht unscheinbar erscheinende Schmetterlingsart ist vielen Landwirten ein Dorn im Auge. Denn die Eier legt der Schädling auf die (Mais-) Pflanzen. Nur wenige Zeit später schlüpfen die Raupen und beginnen die Pflanze – von oben bis unten – anzufressen. Ernteeinbußen sind so vorprogrammiert.

Gängige Möglichkeiten zur Bekämpfung sind Insektizide, die für viele Bauern aufgrund der teils umweltschädlichen Folgeerscheinungen nicht in Frage kommen. Diese sind – wie der ORF erst vor Kurzem bestätigte – schädlich für Bienen und Hummeln. Eine andere, in Deutschland und Österreich legale Methode zur Reduzierung des Maiszünslers gab es nicht, bis Landwirtschaftsdrohnen die Aufmerksamkeit der Bauern auf sich zogen.

Die Augsburger Allgemeine schreibt über einen Fall von erfolgreicher Eliminierung des Schädlings. Es heißt, dass Landwirtschaftsdrohnen bereits die Lösung des Problems sein könnten. Damit das alles funktioniert, werden die GPS Daten der Felder vorab dem zuständigen Unternehmen übermittelt. Dieses züchtet dann Schlupfwespeneier, die in ein biologisch abbaubares Behältnis kommen. Es sind in etwa 1000 Eier in nur einer Kugel. Mit einem Tablett lässt man die Drohne anschließend in die Luft steigen und schaltet anschließend auf Autopilot. Alle paar Meter wird eine Kugel mit den Schlupfwespeneiern abgeworfen, immer und immer wieder, bis das gesamte Feld versorgt ist. „Mit fast zehn Metern pro Sekunde flitzt die Drohne übers Feld. Eine Akkuladung hält 20 Minuten, genug für acht Hektar“. Zudem ist es optimal, die Behandlung nach ein paar Wochen zu wiederholen.

Das Ergebnis: Fast keine Maiszünsler mehr. Natürlich können die Landwirte Schlupfwespeneier auch per Hand in die Felder bringen – dies ist aber weitaus aufwendiger, ungenauer und weniger effektiv.

Auch die Winzer profitieren

Der Einsatz von Drohnen zur Vertreibung von gefräßigen Staren auf Weinbauflächen ist bereits in Österreich angekommen. Sie lösen laute Sirenen, Schrotgewehre und Kanonen ab. Aus vogelkundlicher Sicht ist es nicht sehr effektiv, die Vögel immer und immer wieder aufzuscheuchen – so fressen sie nur noch mehr.

Wie futurezone.at berichtet, gibt es bereits eine Drohne, die perfekt an die Bedürfnisse der Winzer angepasst ist. Sie wurde 2016 in Rust getestet und trägt den Namen: Winzerfalke. Die Drohne imitiert den Ruf von Falken, die als natürliche Feinde von Staren gelten. Mit dieser Erfindung erntete das Start-Up Unternehmen Skyability viel Lob. Die Anbaufläche, auf der die Drohne von morgens bis abends flog konnte weitaus weniger Ernteausfälle bezeichnen, als auf der ohne Drohne. Allerdings wurde – dem ORF zufolge – in dieser Saison auf den Winzerfalken verzichtet. Der Grund dafür sind die finanziellen Kosten. Er sei zwar effizienter als andere Methoden zur Vertreibung, aber eben auch sehr teuer. Nicht jedem Winzer ist das Projekt gleich viel wert. Bezüglich dem nächsten Jahr laufen die Verhandlung heiß.

Aber nicht nur zur Vertreibung von Staren werden Drohnen zukünftig vermehrt Verwendung finden, auch zur Analyse von Schädlingen, dem Reife-Stadion der Ernte oder zum Erkennen von „Trockenstress“ – wie Der Standard berichtet – können Drohnen eingesetzt werden.

Landwirtschaftsdrohnen für Bambi

Während in Kenia die unbemannten Fluggeräte zum Schutz von Nashörnern eingesetzt werden, sind auch in Österreich die Vorteile der neuen Technologie klar erkennbar. Mithilfe von Drohnen kann das Leben von Rehkitzen, Hasen und Kaninchen vor dem Mähen gerettet werden. Für gefährdete Vogelarten, wie beispielsweise für den Kiebitz oder andere Bodenbrüter, werden Drohnen zukünftig auch eine große Rolle spielen. Mithilfe von Wärmebildkameras können die hilflosen Tiere aufgespürt und vor der Mahd vertrieben oder an einen anderen Standort gebracht werden. Dem vermehrten Artensterben aufgrund der oftmals intensiven landwirtschaftlichen Nutzung von Grünflächen wirkt man somit entgegen.

Alles in allem lässt sich sagen, dass Drohnen in der Landwirtschaft immer mehr an Bedeutung gewinnen. Die vielen verschiedenen Anwendungsgebiete, von Düngung bis hin zum Tierschutz sind längst noch nicht alles. Die Technologie steckt vielerorts noch in den Kinderschuhen, so können die unbemannten Fluggeräte nicht bei jeder Witterung eingesetzt werden oder sind zu teuer. Auch der oftmals mögliche Einsatz von Robotern mindert die Verwendung von Drohnen. In den kommenden Jahren wird sich aber gewiss eine Menge auf dem Gebiet der Landwirtschaftsdrohnen ändern. Das Ziel dahinter: Landwirtschaftliches Arbeiten schneller, genauer und vor allem effizienter zu gestalten.

Studentin in Wien, aus Oberösterreich. Interessiert an allerlei Medien, Fotografie, Geschichte, Ornithologie und guten Frühstücksmöglichkeiten.

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