INSPEKTION UND WARTUNG

Drohnen in der Vermessung

Die unbemannten Fluggeräte sind in der Geodäsie und der Geoinformatik nicht mehr wegzudenken und schaffen neue Möglichkeiten

Drohnen in der Vermessung werden insbesonders bei der Photogrammetrie verwendet.

In den letzten Jahren hat sich auf dem Gebiet der Vermessung mit Drohnen sehr viel getan. Geodäten und Geoinformatiker sind begeistert, ihnen stehen nun zahlreiche, neue Möglichkeiten offen. Drohnen verbessern die Verwendung der Photogrammetrie, mithilfe ihrer können schneller und weitaus effizienter Pläne in diesem Bereich umgesetzt werden. Aber auch thermische Strahlungen können anhand von Drohnen erfasst werden. So ist es möglich, Energie-Lecks mit Drohnen auszuloten und dem entgegenzuwirken.

Drohnen für die Photogrammetrie

Als Photogrammetrie sind mehrere Messmethoden und Auswertungsverfahren der Fernerkundung gemeint, die anhand von Fotos und Messbildern die räumliche Lage und die dreidimensionale Form des Objekts feststellen können. So ist es möglich, 3D Bilder und Modelle von Städten, Dörfern und allem Möglichen anzufertigen. Genau hier spielen Drohnen in der Vermessung eine maßgebliche Rolle. Die Drohne ist „zu einem effektiven geodätischen Messinstrument geworden. Sie ersetzt dabei nur in geringem Umfang bestehende Technologien, sondern ermöglichen vielmehr ganz viele neue Anwendungen und Möglichkeiten”, schreibt Springer und trifft dabei den Nagel auf den Kopf. Die Drohne erfasst Bilder aus der Vogelperspektive und macht dem Menschen so nicht geläufige Blickwinkel möglich. Anschließend kommt es im Zuge der Photogrammetrie zu einer Zusammenfassung aller Bilder und einer Bildinterpretation. Somit ist es leicht, 2D und 3D Modelle zu erstellen.

Foto von Lukas Domeisen AG.

Zur Diskussion stehen momentan frei fliegende, aber kabelgebundene Drohnen. Mit einem Kabel ist es nicht möglich, dass Drohnen unkontrolliert wegfliegen. Es trägt also maßgeblich zur Sicherheit bei. Hinzufügend lässt sich sagen, dass das Kabel auch für eine stetige Stromversorgung sorgt. Auf diese Weise kommt es zu hochaufgelösten Bildern, die sicher ihren Weg zur Erde finden. Weiters heißt es, dass der zukünftige Regulierungsrahmen für die kommerzielle Anwendung noch ein wichtiges Thema sein wird.

Die Photogrammetrie und somit auch Drohnen können in vielen Bereichen eingesetzt werden. Zu den primären Anwendungsgebieten zählen jedoch Architektur, Industrie, Archäologie und Denkmalschutz.

Denkmalpflege mittels Photogrammetrie

Laut Z&M 3D Welt sind Drohnen und Photogrammetrie mittlerweile unerlässlich für die Denkmalpflege. Viele denkmalgeschützte Gebäude und Statuen sind sehr komplex gebaut. Diese einer gründliche Pflege zu unterziehen, um deren Fortbestand zu gewährleisten ist im Interesse der breiten Bevölkerung und beispielsweise der UNESCO.  Eine dreidimensionale Erfassung und Rekonstruktion verspricht daher maximalen Erfolg und ist ein Anwendungsgebiet der Vermessung mit Drohnen, das noch eher als unbekannt gilt.

Was es noch zu beachten gibt

Zu den recht bekannten Übertragungstechniken zählen RGB Fotos. Der RGB-Farbraum ist nicht viel anderes als das, was wir in der Grundschule gelernt haben. Er setzt sich durch das additive Mischen der Grundfarben zusammen: Rot, Blau und Gelb. Der RGB-Farbraum basiert also auf die „Drei-Farben-Theorie“, die besagt, dass alle Farben durch eine Mischung der drei Grundfarben erstellbar sind.

Die RGB Fotos unterstützen laut TÜV bei Bauwerksinspektionen, Baudokumentationen und Industrieinspektionen. Weiters heißt es, dass „Aufnahmen mit Hilfe des LiDAR-Systemes, einem Laser-Impuls-Scan-Verfahren für effizientes Vermessen ohne Farb-Informationen oder Ortho-Fotos im Vermessungsbereich“ bei einigen Vorhaben genutzt werden“. Diese Vorhaben sind etwa Volumenberechnungen, Landschaftsanalysen, hydrologische Modellierungen und digitale Höhenmodelle.

Nicht unwesentlich ist auch der Einsatz bei Wärmebrückenthermografie und Gebäude-und Bauthermografie. Aber auch bei Inspektionen von Tanken, Schornsteinen, Schächten, Dachgewölben und Abwasserkanälen kommen Drohnen immer häufiger zum Einsatz.

Weitere Anwendungsgebiete von Drohnen in der Vermessung

Es ist zu hoffen, dass der Immobilienmarkt nicht steigt. Denn Drohnen sind teuer und kommen immer mehr zur Verwendung am Immobilienmarkt. Grundstücke und Gebäude können so aus einer teils vorteilhafteren Sicht aufgenommen und potentiellen Käufern gezeigt werden. Ist eine Drohne einmal angeschafft, fällt kein großer Aufwand mehr an. Auf diese Weise ist es möglich, Luftaufnahmen mit hoher Auflösung zu generieren.

Die vollautomatische GPS Steuerung macht eine Vermessung mit Drohnen natürlich noch einmal vorteilhafter. Wie es auf geometer.biz heißt, kommen meist Festflügeldrohnen und Quadrokopte – also Drohnen mit vier Propellar zum Einsatz. Bei der Festflügeldrohne wird auf die des Herstellers Sensefly angespielt. Die Vorteile dieser liegen in der Abdeckung einer 12 Quadratkilometer großen Fläche mit nur einem Flug, einer leichten Bedienung, geringem Gewicht, einer RGB Kamera und Vielem mehr.

Die Verwendung von Drohnen in der Vermessung nimmt somit stark zu und hat sich in den letzten Jahren in der Geodäsie und Geoinformatik ein neues Standbein geschaffen. Die diversen Nutzungsgebiete sind beeindruckend und so vielfältig, dass man leicht den Überblick verliert. Eines steht jedoch fest, die Vermessung mit Drohnen ist weitaus lustiger und klarerweise auch effizienter, als die Vermessung ohne Drohnen.

Fotos: Lukas Domeisen AG

Studentin in Wien, aus Oberösterreich. Interessiert an allerlei Medien, Fotografie, Geschichte, Ornithologie und guten Frühstücksmöglichkeiten.

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