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Drohnen in der Schweiz – Die zu beachtende Rechtsgrundlage

Die Anzahl an Drohnen in der Schweiz nimmt immer weiter zu. Leider wissen nur die Wenigsten mit welchen Rechten und Pflichten der Betrieb verbunden ist.

Mit welchen Rechten und Pflichten der Betrieb von Drohnen in der Schweiz verbunden sind, erfährt ihr im Artikel.

In der Schweiz gibt es wie in Österreich und Deutschland genaue Vorschriften, welche bei der Verwendung von Drohnen zu beachten sind. Ob für eine bestimmte Anwendung eines Modells eine Bewilligung vom BAZL (Bundesamt für Zivilluftfahrt) benötigt wird oder nicht, steht im folgenden Artikel.

Voraussetzungen für eine bewilligungsfreie Anwendung in der Schweiz

  • das Modell wiegt weniger als 30kg, wiegt es mehr als 500g muss eine Versicherung mit einer Deckungssumme von mind. 1 Mio. Franken vorliegen
  • es befindet sich jederzeit in der Sichtweite des Piloten
  • verwendet der Pilot eine Videobrille, reicht ein zweiter „Operateur“, sofern dieser direkten Augenkontakt zur Drohne hat und jederzeit in die Steuerung eingreifen kann
  • auch der automatisierte Flug (autonome Betrieb) eines Modells ist erlaubt, sofern der Pilot jederzeit in die Steuerung eingreifen kann
  • Luftaufnahmen sind zulässig, sofern man die Vorschriften zum Schutz militärischer Einrichtungen berücksichtigt. Weiters sind der Schutz der Privatsphäre als auch das Datenschutzgesetz zu beachten.
  • es wird ein Mindestabstand zu Menschenansammlungen (also zwei Dutzend Personen auf kleinem Raum) von 100m eingehalten
  • es wird ein Mindestabstand zu den Pisten von Flugplätzen von 5km eingehalten
  • Um jeden größeren Flugplatz gibt es zudem eine sogenannte Kontrollzone (CTR), welche über den generellen 5km Radius hinausragt. Hier darf man Drohnen nur bis 150m über Grund fliegen. Außerhalb dieser Zonen muss bedacht werden, dass 150m über unbesiedeltem und 300m über besiedeltem Gebiet manntragende Flugzeuge und Hubschrauber anzutreffen sind. Diese haben kaum eine Chance eine Drohne rechtzeitig zu erkennen um auszuweichen.

Auf alle Fälle zu bewilligen sind:

  • die Verwendung von Drohnen außerhalb der Sichtweite des Piloten unter Zuhilfenahme von technischen Hilfsmitteln wie Feldstecher oder Videobrillen
  • Flüge über und im Umkreis von 5km zu militärischen und zivilen Flugplätzen. Eine Erlaubnis kann vom Flugplatzleiter oder der Flugsicherung Skyguide erteilt werden.
  • Flüge über Menschenansammlungen. Es gibt aber vereinfachte Standardverfahren für das Fliegen über geschlossenen Veranstaltungen, wie z.B. Hochzeiten.

Weiters können die einzelnen Kantone und Gemeinden in der Schweiz ergänzende Einschränkungen zum grundlegenden Rahmen erlassen.

Die Bedingungen für die Zulassung und den Betrieb von Drohnen werden für jeden Fall einzeln vom BAZL festgelegt.

Der Weg zur Bewilligung von Drohnen

In Ausnahmefällen kann das BAZL Bewilligungen für den Betrieb von Drohnen in der Schweiz ausstellen, obwohl dieser gemäß den Regelungen verboten wäre. Beispiele wären das Fliegen über Menschenansammlungen oder ohne direkten Sichtkontakt zum Gerät. Es ist sehr wichtig, Anträge für Bewilligungen ausreichend früh einzureichen. Aufgrund der hohen Nachfrage muss man mit einer Bearbeitungsdauer von mindestens 3 Monaten rechnen. Für eine allfällige Bewilligung ist eine umfassende Sicherheitsprüfung notwendig, welche je nach Bearbeitungsaufwand zwischen 50.- bist 5’000.- Franken kostet.

Notwendige Sicherheitsmechanismen der Drohne

In erster Linie muss das System in der Lage sein, bei einem technischen Defekt nicht unkontrolliert zu Boden zu fallen und bei einem Kontaktverlust zum Steuergerät müssen automatisierte Funktionen gewährleisten, dass das Model nicht zur Gefahr Dritter in der Luft oder am Boden wird.

Erstellung und Beilage eines „Total Hazard and Risk Assessment“

Um die notwendigen Sicherheitsmechanismen in angemessenem Maß prüfen zu können, muss man dem ausgefüllten Antragsformular ein „THRS“ beilegen, welches folgende Informationen enthält:

  • Eine detaillierte Beschreibung des geplanten Betriebes. (Was? Wo? Wann? Dauer?)
  • Eine detaillierte Beschreibung des technischen Systems (Fluggerät, Control-Station, Datalink etc.).
  • Eine Analyse über das Risiko des geplanten Betriebes für Personen und Eigentum am Boden. (Eine mögliche Umweltgefährdung sollte darin eingeschlossen sein.)
  • Eine Analyse über das Risiko des Betriebes für andere Flugzeuge, die möglicherweise in der Nähe sein können.
  • Eine detaillierte Beschreibung, wie die Gefährdung verhindert werden soll.
  • Wenn technische Lösungen gewählt werden, eine Analyse was passiert, wenn diese technische Lösung versagt sowie eine Analyse ihrer Zuverlässigkeit.
  • Notfallprozedere

Als Grundlage dient die „Guidance for an Authorisation for Low Level Operation of RPAS“ (GALLO). Deswegen benötigt der Antragsteller für die Erstellung des Berichts aber Kenntnisse über die in der Luftfahrt übliche Nachweisführung zur Überprüfung sicherheitsrelevanter Systeme. Für die Prüfung einer Bewilligung ist außerdem ein Versicherungsnachweis gemäß Art. 20 VLK einzureichen.

Natürlich werden Bewilligungen in der Schweiz sowohl für einzelne Anlässe, als auch für längere Zeiträume erstellt. Die Voraussetzung ist, dass es sich stets um einen gleichgelagerten Betrieb mit denselben Risiken handelt und sichergestellt wird, dass die Bedingungen und Auflagen stets eingehalten werden können.

Vereinfachte Bewilligungsverfahren: „Film & Foto kleine Events“ und „Vereinfachtes Bewilligungsverfahren mit Leine“

Das Standardverfahren „Film & Foto kleine Events“ ist in erster Linie für geschlossene Events, wie z.B. eine Hochzeit oder ähnliche Anlässe gedacht. Hier kann davon ausgegangen werden, dass die Teilnehmer bekannt und informiert sind und den Anweisungen des Organisators oder des Drohnenpiloten und seiner Crew Folge leisten.

Die wichtigsten Elemente dieses Verfahren sind definierte…

  • Rahmenbedingungen
  • Anforderungen an das Luftfahrzeug
  • Anforderungen an die Crew
  • Prozeduren für den Fall einer technischen Störung

Das Standardverfahren „Vereinfachtes Bewilligungsverfahren mit Leine“ ist für den Betrieb von Drohnen und Modellluftfahrzeugen über und im Umkreis von weniger als 100m zu Menschenansammlung gedacht. Das wichtigste Element dieses Verfahrens ist, dass das unbemannte Luftfahrzeug mit einer Halteleine an einer bestimmten Stelle befestigt ist. So kann das Gerät im Falle eines Kontrollverlustes niemanden gefährden. Die im Dokument „Drohnen: Vereinfachtes Bewilligungsverfahren“ aufgelisteten Anforderungen, sowie ein Einsatzkonzept müssen ausreichend und in geeigneter Form dokumentiert und dem Antrag beigelegt werden. Skizzen, Fotos und Herstellerangaben, falls vorhanden, können dabei für das BAZL hilfreich sein.

Die für eine Bewilligung, egal ob standardmäßig oder vereinfacht, wichtigen Dokumente findet ihr am Ende dieser Website des BAZL (hier klicken) unter dem Reiter „Dokumente“.

Die Informationen zu Regelungen und der Bewilligung stammen von der Website des BAZL, Stand: Juni 2017. Alle Angaben ohne Gewähr.

Oberösterreichischer Schüler, Freeskier, Paragleiter, Photo- und Videographer, Kletterer und natürlich auch Drohnen-Pilot. :D

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