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Drohnen-Skepsis: Deutsche Frauen sehen Einsatz von Drohnen kritisch

Drohnen-Skepsis: Deutsche Frauen sehen Einsatz von Drohnen kritisch

Deutsche Frauen stehen dem Einsatz von Drohnen kritisch gegenüber, Männer hingegen kaum. So das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) nun publizierte. Ältere Befragte haben höhere Drohnen-Skepsis als jüngere.

Die Forscher zeigten jedoch auch, dass Aufklärung über den möglichen Einsatz von Drohnen zu erhöhter Akzeptanz führen kann.

Drohnen sind omnipräsent – aber was denkt eigentlich die Bevölkerung darüber?

Egal, ob in der Landwirtschaft, in der Vermessung, im Tierschutz oder verbotenerweise für spektakuläre Urlaubsselfies: Drohnen sind omnipräsent. Sie sind aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken.

Drängt sich die Frage auf: wie steht die Bevölkerung dem Einsatz von Drohnen eigentlich gegenüber? Und gibt es dabei Unterschiede zwischen den Geschlechtern? Was assoziieren Menschen eigentlich mit dem Thema Drohnen?

Diese Fragen stellte sich auch das DLR. Darum hat man das Institut für angewandte Sozialforschung (infas) mit der Durchführung einer Studie beauftragt.

Repräsentative Telefonumfrage mit deutschen Frauen und Männern aller Altersgruppen

Dabei wollte man in einer repräsentativen Stichprobe von Männern und Frauen anfragen, wie deren Einstellung zu Drohnen aussieht. Aber bevor wir zu den Ergebnissen kommen, fragen Sie sich selbst: Wie hätten Sie getippt? Denken Sie kurz nach.

Haben Sie’s? Gut. Wenn Sie vermuten, dass Männern Drohnen offener gegenüberstehen, dann haben Sie recht (der Titel hat es ja schon verraten…). Tatsächlich sprechen die Ergebnisse eine recht klare Sprache.

Drohnen-Skepsis bei Frauen weitaus höher als bei Männern

Insgesamt hat man 832 Personen aus ganz Deutschland telefonisch befragt. Man stellte 7 Aspekte der Drohnennutzung vor und fragte anschließend, wie besorgt die Person über diese Aspekte sei.

62% aller Frauen gaben an, „über (fast) alle Aspekte“ besorgt zu sein. Bei Männern lag dieser Prozentsatz nur bei 40% – immer noch sehr hoch, aber doch bedeutend niedriger. Weitere 35% aller Frauen zeigen sich „über einige Aspekte besorgt“, bei den Männern sind dies 47%. Während also 13% der Männer unbesorgt sind, gilt dies nur für 4% der Frauen.

Primär ältere Bürger sehen Einsatz von Drohnen kritisch

Segmentiert man die Ergebnisse nach Altersgruppen, ergibt sich ebenfalls ein interessantes Bild. Personen zwischen 14 und 34 Jahren zeigen sich am wenigsten beunruhigt durch die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Drohnen. Bei den 25-34-jährigen sehen 15% den Einsatz ohne Sorgen.

Mit steigendem Alter der Studienteilnehmer ging auch eine höhere Besorgnis einher. Besonders eklatant das Ergebnis bei Personen zwischen 55 und 64. 68% sind „über (fast) alle Aspekte“ besorgt, 28% über einige Aspekte.

Drohnen-Skepsis allgemein sehr hoch

Was man aus den Daten abliest hängt natürlich auch von der eigenen Perspektive ab. Als Drohnen-Enthusiasten hat uns die Studie sowohl überrascht, etwas schockiert und enttäuscht. In Anbetracht der negativen Berichterstattung in Medien durch Vorfälle wie die Flughafensperre in London Gatwick ist die hohe Drohnen-Skepsis natürlich weniger überraschend.

Abgesehen von unterschiedlichen Einschätzungen zwischen Geschlechtern und Altersgruppen muss festgehalten werden: der Einsatz von Drohnen wird in Deutschland äußerst kritisch gesehen.

Nur 8 Prozent aller Befragten machen sich keine bis wenige Sorgen um Einsatzmöglichkeiten von Drohnen! 41 sind über einige Aspekte, gar 51% über (fast) alle Aspekte besorgt. Damit eine höhere Akzeptanz erreicht werden kann, ist also noch viel Informations- und Aufklärungsarbeit erforderlich.

Grund zur Hoffnung: Skepsis nimmt mit besserem Informationsstand ab

Das genau dies eine zielführende Strategie sein kann hat man in der Studie ebenfalls nachgewiesen. Die Verantwortliche für die Studie, Maria Stolz vom DLR-Institut für Flugführung, berichtet, dass es im Zuge des Interviews zu einer etwas positiveren Einschätzung der Befragten kam.

In seinem Report fasst das Institut daher zusammen, dass die Auseinandersetzung mit diesem Thema, sowie die „Informationsvermittlung bereits zustimmungsfördernd auf das Meinungsbild“ wirke. Schlussfolgerung daraus ist natürlich, dass es dringend einer öffentlichen Debatte zu allen Aspekten des Einsatzes von Drohnen bedarf.

Weitere Themen: Assoziationen, Akzeptanz unterschiedlicher Verwendungsfälle

Die Studienautoren gingen allerdings noch einen Schritt weiter. Sie befragten die Teilnehmer zum Beispiel auch nach deren Akzeptanz unterschiedlicher Einsatzbereiche von Drohnen. Die höchste Zustimmung gab man zur Verwendung von Drohnen im Katastrophenschutz oder zu Forschungszwecken.

Ebenfalls sehr akzeptiert ist deren Einsatz für Rettungseinsätze und Zivilschutz durch Feuerwehr und die Polizei, als auch für die Überwachung von Verkehr und Energieversorgung. Am wenigsten Zustimmung gab man für die Zustellung per Drohne sowie Foto- und Werbeaufnahmen.

Guter Kenntnisstand, typische Assoziationen: Überwachung und Militär

Im Sinne der Sozialforschung wurden Teilnehmer auch nach weiteren Einsatzmöglichkeiten und ihren persönlichen Assoziationen zu Drohnen befragt. Bei ersterem nannten die Befragten besonders häufig solche Begriffe, die mit militärischen oder überwachungstechnischen Maßnahmen einhergehen.

Dies zeigt sich auch in den gewählten Assoziationen. Ganze 30% verbinden Drohnen mit „Ausspähen/ Spionage/Überwachung“. Immerhin 16 % denken bei Drohnen an „Militär/Waffe“, an zweiter Stelle liegt die doch das Thema „Filmaufnahmen/Luftaufnahmen/ Vermessung/ Aufklärung“.

Ergebnisse auch auf Österreich übertragbar?

Spannend wäre natürlich zu wissen, ob eine solche Umfrage in Österreich ähnliche Resultate ergeben würde. Auf unserer Webseite sehen wir jedenfalls klar, dass fast ausschließlich Männer kommentieren und Fragen stellen.

Natürlich ist es nicht wünschenswert, wenn das Thema Drohnen ausschließlich bei Männern auf Interesse trifft. Wir hoffen auf eine Zukunft, in der Männer und Frauen über alle Altersklassen hinweg über Drohnen diskutieren und sich für deren Einsatzbegeistern können. Schließlich betrifft uns deren Nutzung als Gesellschaft und nicht bloß einzelne Akteure.

Öffentliche Debatte und Information schaffen erhöhte Akzeptanz

Wie kann der großen Drohnen-Skepsis also begegnet werden? Öffentliche Diskussion und Informationsvermittlung sind nachgewiesenermaßen geeignete Mittel. Genau hier müssen öffentliche Organisationen und Verbände wie der DLR ansetzen. Natürlich sollten wir allerdings auch wirtschaftliche und politische Stakeholder einen Beitrag leisten.

Eine sachlich und offen geführte, öffentliche Debatte scheint also dringend erforderlich. Dabei muss natürlich auf berechtigte Sorgen von Frauen und Männern eingegangen werden.

Gleichzeitig kann dies durch PR-Maßnahmen zum Aufzeigen positiver Aspekte der Drohnennutzung in diversen Branchen begleitet werden. Wo kann man anfangen? Ein Stöbern auf unserem Blog ist sicher ein guter Anfang…

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