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Drohnen im Akademietheater – die etwas andere kommerzielle Drohnen-Anwendung

Rassismus ist Vergangenheit - Drohnen die Zukunft

kommerzielle Drohnen-Anwendung Drohnen im Theaterstück Akademietheater Kampf des Negers und der Hunde

Die kommerzielle Drohnen-Anwendung findet stetig neue Einsatzgebiete. So treten neuerdings auch Drohnen im Akademietheater auf. Drohnen spielen somit wortwörtlich eine Rolle. Es handelt sich um das sozialkritische Stück „Kampf des Negers und der Hunde“ von Bernard-Marie Koltès. Regisseur Miloš Lolić baut die Drohnen präzise und bedeutsam in das Stück ein. Das von Michael Orter koordinierte Drohnen360 Pilotenteam steuert die Drohnen sicher durch das Theatestück. Sie erhalten nun exklusiven Einblick aus der Sicht der Dohnen.

Drohnen im Akademietheater

Touch-Szene aus dem Theaterstück „Kampf des Negers und der Hunde“

So wie die kommerzielle Drohnen-Anwendung derzeit die unterschiedlichsten Einsatzgebiete erobert wundert es nicht, dass Drohnen nun auch im Theater zu sehen sind. Wir berichteten bereits über Anwendung als Bühnen- oder Lichtshow. Gleichermaßen ist das Akademietheater bekannt für seine manchmal unkonventionellen Ansätze.

In jedem Falle geben die Drohnen dem Stück einen Überraschungsmoment. Denn eine offizielle Ankündigung für den Einsatz von Drohnen gibt es nicht. Jedenfalls ist das Überraschungsmoment bewusst eingesetzt. Und auch der Einsatz der Drohnen ist präzise abgestimmt.

An manchen Stellen fungieren die kleinen, fast niedlichen Drohnen wie Insekten, die verspielt und neugierig um die Schauspieler schwirren. An einer anderen Stelle symbolisieren die auf Lichtkugeln modifizierten Drohnen ein Feuerwerk. Aber das Niedliche kippt zunehmends. So schießen Drohnen aus der Grube um einen rassistischen Monolog zu stören. Bis letztendlich eine „Monster-Drohne“ die Bühne leer fegt.

Theaterstück „Kampf des Negers und der Hunde“

Das Theaterstück mit dem politisch unkorrekten Titel „Kampf des Negers und der Hunde“ ist keine seichte Unterhaltung. Bereits im Vorfeld gab es Diskussionen um die Nutzung des N-Wortes. Das Stück selbst spielt, mehr oder weniger, in Afrika während der Kolonialzeit. Ein farbiger Bauarbeiter wird ermordet und kurzerhand in der Latrine entsorgt. Als sein Bruder die Leiche für eine angemessene Beerdigung einfordert, bricht bei den für den „Unfall“ Verantwortlichen Panik aus. Details zu dem Stück finden Sie auf der Homepage des Burgtheaters.

Drohnen spielen eine Rolle

kommerzielle Drohnenanwendung Drohne im Theaterstück Akademietheater Kampf des Negers und der Hunde

Catch Scene aus dem Theaterstück „Kampf des Negers und der Hunde“

Drohnen spielen nicht nur für den Initiator dieses Projekts, Manfred Götzl, eine wichtige Rolle. Manfred ist in der österreichischen Drohnencommunity bereits seit Jahren der kompetente Ansprechpartner in Fragen kommerzielle Drohnen-Anwendung. Er ist deshalb schon mehrfach auch für Projekte mit Drohnen im Theater engagiert worden. Obwohl er selbst sagt, dieses Projekt sei ein absolutes Novum. Es ist europaweit der erste derartige Einsatz von Drohnen im Theater.

Die Kernfrage aber ist, welche Rolle spielen die Drohnen in dem Stück? Eine ganz wesentliche. Bühnenbildnerin Evi Bauer verzichtet bewusst auf dekorative Elemente und erlaubt dem Regisseur Miloš Lolić so für die unterschiedlichen Drohnen den teilweise disruptiven Auftritt zu inszenieren. Beispielsweise wird eine der Drohnen dazu eingesetzt, um mit dem „Drohnenlärm“ eine rassistische Ansprache zu stören bzw. zu übertönen.

Im Verlauf des Stückes wandeln sich – analog zur immer düster werdenden Stimmung – die Drohnen zu immer aggressiveren und bedrohlichen Elementen. Beispielsweise wird das Geld aufgewirbelt und verweht bis letztendlich ein 18″ Copter die Bühne leer fegt. Als zum Abschluss der „Schutz“ in Form einer Gaze (ein grobmaschiger Vorhang) für das Publikum fällt, nimmt eine Drohne sogar Reißaus in den Zuschauerraum. Allerdings aus Sicherheitsgründen nicht der 18″ Quadcopter.

Schwierige Rahmenbedingungen

Technisch gesehen, bietet ein Theater denkbar ungünstige Umgebungsbedingungen für die kommerzielle Drohnen-Anwendung. Die sich ständig verändernden Lichtverhältnisse sowie die chronisch zu geringe Lichtstärke sind für die visuellen Sensoren schlecht verarbeitbar. Auch gibt es keinen GPS-Empfang auf der Bühne. Ebenso ist das Magnetometer durch die Umgebung stark beeinträchtigt. Bei hochtechnisierten Drohnen führen diese Bedingungen sogar dazu, dass sich die Drohne gar nicht starten lässt. Der „Worst Case“ in einem Umfeld wo alles einfach nur funktionierten muss. Meist auf die Sekunde genau.

Ein weiterer erschwerender Faktor ist die Funkverbindung. Abgesehen von den unzähligen WLANs, stellen die Vielzahl der Handys eine schwer vorhersehbare Komponenten dar. Zusätzlich stand vor jeder Überlegung und jeder Modifikation der Sicherheitsaspekt an erster Stelle. Aus Eigeninteresse, aber auch für das strenge Auge des Arbeitsinspektors und der Behörde.

Trotz den schwierigen Rahmenbedingungen konnten alle Widrigkeiten gemeistert werden. Dank der speziellen Konstruktion und Modifikation der Drohnen, sowie der konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Regisseur, Schauspielern und Technik. Das Ergebnis können Sie jetzt im Akademietheater sehen.

Kommerzielle Drohnen-Anwendung

Zum Einsatz kommen modifizierte Tiny Whoops, Tellos, Mavic Air und Mavic Pro. Hinzu kommen entsprechende Spezialanfertigungen aus der Drohnen360 Werkstatt welche explizit für das Akademietheater konstruiert sind. Dementsprechend sind faktisch alle Drohnen, also auch die kommerziell erhältlichen, optisch wie technisch für den Einsatz im Theater modifiziert.

Akademietheater Spezialanfertigung für Kampf des Negers und der Hunde

Im Hintergrund agiert ein Drohnen360-Pilotenpool bestehend aus acht erfahrenen Piloten. Davon steuern stets vier Piloten die Drohnen sicher durch den Abend. Die Drohnen werden aufgrund des schwierigen Umfelds manuell gelenkt. Die eigentlich der Sicherheit dienenden Steuerhilfen stellen in dem Umfeld ein Sicherheitsrisiko dar. Die Piloten steuern je nach Drohne und Anwendung via First Person View (FPV) oder auf Sicht (LoS).

Interaktion mit den Schauspielern

Theaterstück mit Drohnen: Die Schauspieler – in Besetzung Philipp Hauß Horn, Baustellenleiter, Ernest Allan Hausmann in der Rolle des Alboury, ein Schwarzer, Stefanie Dvorak in der Rolle der Leone, eine Frau, die Horn mitgebracht hat und Markus Meyer in der Rolle des Cal, ein Ingenieur – gehen tatsächlich auf Tuchfühlung mit den Drohnen. Jedenfalls gibt es keine Berührungsängste Die Drohnen werden gestoßen, gefangen und weggescheucht. Die Kostüme von Jelena Miletić haben dabei nicht nur dekorativen Charakter, sondern auch eine Schutzfunktion.

Für die die Lichtstimmung, und somit als Nebeneffekt für die herausfordernden Umgebungsbedingungen, sorgt Herbert Markl. Die teils dramatische Musikuntermalung stammt von Nevena Glušica und die Dramaturgie von Eva-Maria Voigtländer. Der Einsatz von Drohnen ist dem Mut zur Innovation von Andreas Grundhoff und Thomas Ritter zu verdanken.

Versicherung

Wenn auch etwas verwunderlich, dass eine 18″ Drohne als Spielzeug gilt, alle Drohnen fallen unter den § 24 d LFG, auch als „Spielzeugdrohne“ betitelt. Tatsächlich schaffen es die Drohnen in dem Umfeld nicht über die magische Grenze von 79 Joule Bewegungsenergie. Arbeitsinspektor und Behörde haben unter einigen strengen Auflagen dem Einsatz stattgegeben.

Versichert ist die Drohnen-Flotte durch Air & More. Air and More bietet für Flugsport und Luftfahrt diverse Versicherungen für private und kommerzielle Drohnen-Anwendung an. Das Drohnen360-Team bedankt sich für den pragmatischen Ansatz und die rasche Umsetzung in diesem doch recht ungewöhnlichen Anwendungsfall.

 

Anbei der Link zum Programm

 

Drohnenexperte - FPV Drohnenpilot

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