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Drohnen zur Schädlingsbekämpfung: Kampf den Oppossums

Drohnen zur Schädlingsbekämpfung

Drohnen können in der Land- und Forstwirschaft vielseitig eingesetzt werden. Manchmal ist damit allerdings auch die Bekämpfung von Schädlingen verbunden. In Neuseeland setzt man jetzt Drohnen zur Schädlingsbekämpfung ein und sagt der Oppossum-Plage den Kampf an.

Eine speziell entwickelte Drohne kann Oppossums erkennen und gezielt töten.

Neuseeland leidet unter großer Oppossum-Plage

Dabei muss man vorausschicken, dass Neuseeland seit einigen Jahren unter einer großen Oppossum-Plage leidet. Das ursprünglich aus Australien stammende Tier wurde von Menschen auf die Insel gebracht.

Da es keine natürlichen Feinde hat, und sich Oppossums sehr rasch vermehren, konnten sich die Tiere in Neuseeland in Windeseile ausbreiten. Dabei fügen sie der Landschaft und Tierwelt großen Schaden zu. Sie gefährden vor allem seltene Vogelarten und knabbern Bäume an.

Aeronavics entwickelte die „Oppossum-Killerdrohne“

Das neuseeländische Unternehmen Aeronavics entwickelt jetzt einen Prototyp, der den Kampf gegen die Oppossum-Plage drastisch verändern soll. Der Drohnen-Hersteller, der in Südafrika für den Schutz von Nashörnern im Einsatz ist, hat hierfür künstliche Intelligenz zum Einsatz gebracht.

Die langlebigen Drohnen des Unternehmens können mehr als eine Stunde in der Luft bleiben und verfügen über Nachtsicht- und Infrarottechnologie. Mittels speziell entwickelter KI-Software könnte man die Drohne so auf das Erkennen von Oppossums trainieren.

Drohnen zur Schädlingsbekämpfung: Erkennen und Eliminieren

Laut dem neuseeländischen Magazin TVNZ will Aeronavics eine Software entwickeln, die Tiere über weite Teile des Landes autonom scannt und identifiziert. Eine der Herausforderungen beim Erkennen von Schädlingen aus der Luft ist, dass viele der Bereiche, in denen diese Schädlinge leben, mit dichtem Buschwerk bedeckt sind.

Neben Nachtsicht- und Infrarotkameras sind die Drohnen von Aeronavics auch mit Sensoren ausgestattet, die Elemente wie Pheromone oder Fäkalien erkennen können. Diese helfen zu bestimmen, wo die Konzentration von Schädlingen am höchsten ist.

Günstiger als konventionelle Mittel

Die Brillanz dieser Idee liegt in der Kostenersparnis durch den Einsatz von Drohnen zur Schädlingsbekämpfung. Im Vergleich zu traditionelleren Ansätzen wie dem Einsatz von Jägern, Fallen oder dem Versprühen von Giften aus Hubschraubern sind die Drohnen viel günstiger.

Aeronavics gibt an, dass eine ihrer Drohnen, die eine Stunde lang autonom fliegt, eine Fläche von etwa 0,8 Quadratmeilen oder 2 Quadratkilometern abdecken kann und während dieser Zeit potenziell Tausende von Opossums identifizieren könnte.

Neuseelands gängigste Methode zur Bekämpfung von Raubtieren wie Oppossums besteht darin, eine Art Gift abzuwefen, das Schädlingen schmeckt. Dieses Mittel, genannt 1080, ist allerdings umstritten, da das Gift manchmal andere Tiere wie Vögel oder Nutztiere tötet.

Bis zu 50kg Nutzlast, 40.000 Dollar per Drohne

Aeronavics ist daher überzeugt, dass die aktuellen Methoden der Schädlingsbekämpfung ineffektiv und gefährlich sind. Die Drohnen des Unternehmens sind derzeit in der Lage, Nutzlasten von bis zu 20 kg zu transportieren, könnten aber möglicherweise bis zu 50 kg transportieren. Mit ihren Sensoren und Zielsystemen konnten die Drohnen gezielt Gift in Gebiete liefern, in denen sich die Schädlinge konzentrierten, und den derzeit angewandten flächendeckenden Ansatz vermeiden, der oft dazu führt, dass unbeabsichtigte Nichtschädlinge getötet werden.

Aeronavics glaubt, dass sie ihr vollautomatisches System in nur drei Jahren fertig haben könnten. Die Kosten pro Drohne liegen derzeit bei rund 40.000 US-Dollar. Aeronavics möchte Verhandlungen mit der Regierung aufnehmen, um an den zukünftigen Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen in Neuseeland teilzunehmen.

Drohnen zur Schädlingsbekämpfung: auch in Österreich getestet

Dabei müssen wir allerdings nicht nach Neuseeland blicken, um das Potenzial von Drohnen zur Schädlingsbekämpfung zu erkennen. Denn wie wir kürzlich berichteten, wird auch in Kärnten bereits ihr Einsatz erprobt – hier zum Schutze der Landwirtschaft.

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