Drohnenladung per Laser

Drohnenladung per Laser

Kann man eine Drohne aufladen, ohne dass diese landen muss? Wenn es nach dem US-Verteidigungsministerium geht: ja. Mit dem Unternehmen Silent Falcon arbeitet man nun an einem klaren Ziel: Drohnenladung per Laser. Das Geheimnis ist eine Drohne mit Solarpanel, ein kräftiger Laser und die notwendige Vorsicht.

Aktuelle Ladungen meist zu kurz

Drohnen werden in der Regel über einen typischen Lithium-Polymer-Akku betrieben. Typische Kleindrohnen wie die DJI Mavic Air haben somit etwa eine Flugzeit zwischen 15-25 Minuten.

Gerade für kommerzielle Einsätze wie etwa zur Überwachung, Such- und Rettungseinsatz oder für Aufklärungsflüge ist eine viel längere Flugzeit wünschenswert. Natürlich gilt das auch für militärische Drohneneinsätze.

Drohne mit Solarpanel ähnelt Flugzeug

Die Silent Falcon UAV hat eine Spannweite von 523cm und eine Länge von 210cm. Sie wiegt ca. 17,5kg und kann 3 kg Nutzlast tragen, z.B. eine Kamera zur Überwachung.

Die Drohne hat eine maximale Flughöhe von ungefähr 20.000 Fuß, aber für militärische Überwachungsmissionen werden normalerweise zwischen 1.600 Fuß und 5.000 Fuß geflogen, sagte Brown.

Ist Drohnenladung per Laser wirklich umsetzbar?

Die Flugdrohne hat Solarzellen in den Tragflächen, insbesondere im Rückenflügel, und Batterien im Rumpf. Die Batterien stellen die erste Energiequelle dar. Verlieren diese aber an Ladung, richten die Drohnenbediener einen Laserstrahl auf die Sonnenkollektoren. Regelmäßige Drohnenladung per Laser kann so viel Energie verschaffen, dass die Drohne unbegrenzt lang in der Luft bleiben kann.

Der Laser könnte von einem Flugzeug oberhalb oder der Bodenstation unterhalb auf die Drohne gerichtet werden; aus Sicherheitsgründen wird der Laser jedoch während des Tests von einem Berghügel auf die Flugdrohne gerichtet.

Vorsicht geboten: Laser bringt Sicherheitsrisiken

Bei dem spektakulären Ladevorgang zur Drohnenladung per Laser ist nämlich auch Vorsicht geboten. Darauf weist der Geschäftsführer des entwickelnden Unternehmens Silent Falcon, John W. Brown, in der Presseaussendung hin.

“ Es gibt große Sicherheitsrisiken, wenn man einen Laser in den Himmel schießt“, sagte Brown. „Dieser Test wird bei 10 km Lufthöhe durchgeführt, aber wir erwarten, dass die Reichweite in Zukunft deutlich steigen wird.“

Zahlreiche Anwendungsfälle

Die Einsatzmöglichkeiten dieser Technologie sind endlos. Sie reichen von ausgedehnten Such- und Rettungseinsätzen über großflächige Vermessungen von Katastrophengebieten. Natürlich bietet sie sich auch für militärische Einsätze an. Oder für Initiativen zur Verbreitung des Internets, wie es etwa Facebook für viele Gebiete in Afrika angekündigt hat.

Bisher hat man sich praktisch ausnahmslos darauf konzentriert, zu erkunden, wie Drohnen bestehende Branchen und Aufgabenfelder verbessern können. Können Drohnen allerdings unendlich lang am Himmel bleiben, so öffnet dies die Tür zu völlig neuen Lösungen für Probleme, an die wir vielleicht nie gedacht hätten.

Beispiele: Aufklärungseinsätze oder Internetzugang in entlegenen Regionen

So könnten die Löschkräfte in Spanien und Griechenland bei der Überwachung von Waldbränden laufend unterstützt werden.

Für ländliche oder abgelegene Gebiete mit völlig fehlender Infrastruktur könnte eine solche Drohne Mobilfunk- und Internetzugang zu ermöglichen. Die Entwicklung einer Drohne, die nie landen muss, kann völlig neue Einsatzbereiche ergeben.

Noch viele Tests erforderlich

So spektakulär der Gedanke an eine Drohnenladung per Laser auch ist: momentan handelt es sich um ein Testprojekt. Wenn sich die Tests als erfolgreich erweisen, wird sie aber womöglich schon bald zu einem alternativen Ladevorgang werden.

Christian Brandstötter MMSc ist freiberuflicher Autor und Blogger aus Niederösterreich. Wenn er nicht über spannende neue Anwendungsfälle von Drohnen berichtet, schreibt er über Blockchain-Technologie, digitale Vermögenswerte und innovative Software.

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