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Droniq: Deutsche Telekom und Deutsche Flugaufsicht gründen Joint Venture

Droniq: Deutsche Telekom und Deutsche Flugaufsicht gründen Joint Venture

Aktuell ist in Österreich und Deutschland in der Regel nur die Steuerung von Drohnen auf Sicht erlaubt. Das bedeutet, dass der Drohnenpiloten seine Drohne nur dann steuern darf, solange er sie mit natürlichem Auge im Sichtfeld hat.

Dadurch ist allerdings den möglichen Einsatzbereichen von Drohnen eine große Einschränkung aufgebürdet. Viele der spannendsten und zukunftsträchtigsten Anwendungsfälle können nämlich nur dann durchgeführt werden, wenn eine autonome Steuerung von Drohnen vom Gesetz erlaubt wird.

Bis dahin gibt es allerdings eine Vielzahl von gesetzlichen und rechtlichen Hürden zu überwinden. Um damit zu starten, haben die Deutsche Telekom und die Deutsche Flugaufsicht nun das Joint Venture „Droniq“ gegründet.

Droniq soll die erforderlichen Schritte in die Wege leiten, damit mittel- bis langfristig eine autonome Steuerung und Überwachung von Flugdrohnen in Deutschland möglich ist.

Möglicher Milliardenmarkt vor der Entstehung

Was heute noch wie Zukunftsmusik klingen mag, ist tatsächlich der Auftakt zur Erschließung und Regulierung eines milliardenschweren Zukunftsmarkts. 

Denn in vielen möglichen Branchen, etwa in der Transport- und Logistikbranche könnten in Zukunft eine Vielzahl von Zustellungen und Lieferungen per Drohne anstatt über oft verstopfte Straßen und Verkehrsverbindungen stattfinden.

Sollte es wirklich dazu kommen, dass in Zukunft Amazon, DHL oder Zalando ihre Kunden zum Teil mit Drohnen beliefern werden, braucht es natürlich eine Flugaufsicht, die dafür sorgt, dass die von unterschiedlichen Herstellern produzierten Drohnenmodelle und unterschiedlichen Firmen gesteuerten Kronen am Himmel sich gegenseitig erkennen und ausweichen können, damit es nicht zu Zusammenstößen kommt. Neben einer sicheren Zustellung ist das oberste Ziel natürlich, dass menschlicher Schaden verhindert wird.

Deutsche Flugaufsicht Mehrheitseigentümer, Deutsche Telekom Minderheitseigentümer

Weil es bei diesen Regelungen um die Zukunft des deutschen Drohnenverkehrs geht, ist es gar nicht anders möglich, als dass die zuständige Aufsichtsbehörde – die Deutsche Flugaufsicht natürlich den Großteil der Anteile an Droniq hält.

Warum sich die Deutsche Telekom im Drohnenmarkt engagiert

Woher stammt eigentlich das Interesse und intensive Engagement der Deutschen Telekom an diesen Zukunftsmarkt an Flugdrohnen?

Das Interesse der Deutschen Telekom rührt daher, dass die Steuerung und Überwachung dieser Drohnen über das mobile Netz stattfinden soll und kann. Somit ist die Deutsche Telekom als zuständiger Infrastrukturanbieter nicht nur verantwortlich, sondern kann auch ein wichtiges milliardenschweres Zukunftssegment erschließen und entscheidend mitgestalten.

Viele ungelöste technische und rechtliche Fragen

All dem Enthusiasmus zum Trotz muss allerdings festgehalten werden, dass die Steuerung und Überwachung von Flugdrohnen bestenfalls in den Kinderschuhen steckt.

Damit eine solche wirklich realisiert werden könnte, müssen zahlreiche technische und rechtliche Fragen erst beantwortet werden. Zum einen müsste neben dem Fliegen auf Sicht natürlich ein Steuern von Drohnen außerhalb des Sichtbereichs des Drohnenpiloten erlaubt sein.

Zum zweiten sind aktuell Flüge über Privatgrundstücke nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Eigentümers gestattet. Auch hier müsste es zu Veränderungen kommen, damit eine autonome Steuerung von Drohnen für kommerzielle Zwecke sinnvoll eingesetzt werden könnte.

Ab 2020 will die deutsche Telekom ins Ausland exportieren

Die Deutsche Telekom hat aber ehrgeizige Pläne, die über die Etablierung von Droniq am deutschen Markt noch weit hinausgehen. Bereits nächstes Jahr will man mit Droniq auch ins Ausland expandieren.

Primär natürlich zunächst dort, wo man bereits eigene Tochterfirmen beziehungsweise Niederlassungen hat. Das sind etwa Österreich, Griechenland und die Niederlande.

Für Österreich ist aktuell noch keine ähnliche Initiative bekannt, vermutlich ist es bis dahin allerdings nur eine Frage der Zeit. Das Interesse an der Durchführung von autonomen Drohnenflügen ist in der Industrie nämlich sehr groß. Allen voran sind dies natürlich Amazon, Uber, und auch der Google Konzern Alphabet mit seinem Drohnen-Unternehmen Wing.

Christian Brandstötter MMSc ist freiberuflicher Autor und Blogger aus Niederösterreich. Wenn er nicht über spannende neue Anwendungsfälle von Drohnen berichtet, schreibt er über Blockchain-Technologie, digitale Vermögenswerte und innovative Software.

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