INSPEKTION UND WARTUNG

DroScan: Drohnen zur Flugzeug-Inspektion im Einsatz

DroScan: Drohnen zur Flugzeug-Inspektion im Einsatz

Drohnen und Flugzeuge – das kann doch nicht gutgehen, oder!? Nein, das muss nicht so sein! Auch wenn wir dabei alle zunächst an große Gefahren im Flugverkehr denken, bieten Drohnen auch positive Einsatzmöglichkeiten in der Flugbranche. In Neuseeland setzt man jetzt mit DroScan Drohnen zur Flugzeug-Inspektion ein.

Die Ergebnisse sind äußerst positiv und versprechen sowohl Kostenreduktionen als auch Qualitätssteigerung in der Flugzeugwartung.

Air New Zealand und ST Engineering Aerospace kooperieren

Die Wartung von Flugzeugen ist ein äußerst wichtiges und heikles Unterfangen. Während bei der intensiven Wartung auch die schwer zugänglichen Teile eines Flugzeugs betrachtet werden, kommt es bei der laufenden Wartung zur Ermittlung von defekten Systemen oder Teilen und im Anschluss zu deren Reparatur.  

In der Regel wird diese Aufgabe von geschulten Flugzeugmechanikern im Flughafenhangar oder auch am Abfluggate direkt vorgenommen, bevor die Passagiere das Flugzeug betreten dürfen. Die geschulten Mitarbeiter sind allerdings oft Mangelware und ihr Einsatz nicht immer einfach.

Mit Sorgfalt und Präzision müssen sie den gesamten Körper des Flugzeugs auf mögliche Risse oder Auffälligkeiten untersuchen. Das Team von ST Engineering Aerospace hat sich daher gedacht, dass Drohnen diese Aufgabe womöglich besser übernehmen können. Mit Air New Zealand hat man diese Drohnen zur Flugzeug-Inspektion nun bereits seit längerem Zeitraum getestet.

Drohnen zur Flugzeug-Inspektion: so funktioniert das System „DroScan“

Laut ST Engineering ist Air NZ die erste Fluggesellschaft, die DroScan im Testbetrieb nutzt. Das System trägt dazu bei, die Zeit für externe Inspektionen von sechs auf zwei Stunden zu verkürzen.

Die Drohne nimmt eine geplante Route um das Äußere des Flugzeugs und macht eine Reihe von hochauflösenden Bildern, die dann von einer speziellen Software verarbeitet werden, um Fehler zu erkennen und zu klassifizieren.

„Wir haben DroScan bereits bei einer Reihe unserer Flugzeuge, die in Singapur Wartungsinspektionen durchlaufen, getestet. Wir sind überzeugt, dass der Einsatz einer Drohne auch zur Verbesserung der Inspektionsqualität beitragen wird. In Zukunft könnte es möglich sein, das Gerät in Neuseeland einzusetzen, z.B. um Ad-hoc-Inspektionen nach Blitzeinschlägen durchzuführen“, sagt Carrie Hurihanganui, Chief Ground Operations Officer von Air NZ.

Kombinierter Einsatz von Drohnen-Technologie und Künstlicher Intelligenz

Jeffrey Lam, stellvertretender Präsident des ST Engineering Aerospace Bereichs, sagte, dass das Projekt traditionelle Fähigkeiten im Flugzeugbau mit neuen Fähigkeiten wie Drohnen-Technologie, Künstlicher Intelligenz und Datenanalyse kombiniert.

„Unsere Ingenieure können sich nun auf Aktivitäten mit höherer Wertschöpfung konzentrieren, indem sie ihre Zeit mit der Analyse der Fehler und der Entwicklung von Lösungen für die Fehler verbringen, anstatt Zeit damit zu verbringen, überall im Flugzeug nach den Fehlern zu suchen“, sagte er.

Drohnen nicht nur Gefahr für Flugzeuge

Wie dieser spannende Einsatzfall zeigt, müssen Drohnen nicht immer eine Gefahr für Flugzeuge sein. Sie können in deren Wartung und Überprüfung auch einen wertvollen Beitrag zu Sicherheit und Effizienz leisten. Ob sich der Einsatz von Drohnen zur Flugzeug-Inspektion als neuer Standard etablieren wird? Die Ergebnisse des Pilotprojektes bei Air New Zealand sind abzuwarten.

Bis dahin wird es wohl leider noch mehrere Zwischenfälle mit Drohnen und Flugzeugen, wie etwa im Vorjahr in London Gatwick geben. Und weiterhin wird fleißig an Maßnahmen zur Drohnen-Abwehr geforscht werden.

Christian Brandstötter MMSc ist freiberuflicher Autor und Blogger aus Niederösterreich. Wenn er nicht über spannende neue Anwendungsfälle von Drohnen berichtet, schreibt er über Blockchain-Technologie, digitale Vermögenswerte und innovative Software.

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