SCHUTZ UND SICHERHEIT

Faltbare Drohne für autonome Rettungseinsätze entwickelt

Faltbare Drohne autonome Rettungseinsätze

Drohnen sind essenzielle Helfer bei Rettungseinsätzen. Sie bieten Einsatzkräften per Kamera einen raschen Überblick und können Hilfsmittel zum Einsatzort transportieren. Dabei müssen oft Engstellen durchflogen werden. Darum hat man in Zürich nun eine faltbare Drohne entwickelt, die sogar autonome Rettungseinsätze ermöglichen kann.

Gemeinsam mit Forschern der EPFL Lausanne hat man nun ein Video des Prototypen online gestellt und erste Ergebnisse präsentiert.

Für Unterstützung von Rettungskräften konzipiert

Die Drohne wurde mit dem Ziel gebaut, Ersthelfer und Rettungsaktionen zu unterstützen. Katastrophengebiete entsprechen selten logischen Formen und Größen. Eine Drohne, die ihre Form und Größe ändern könnte, um während des Fluges durch enge Räume zu passen, könnte sich als äußerst wertvoll erweisen.

Wie so oft in experimentellen Roboterprojekten ließen sich die Forscher von Tieren inspirieren. Dabei analysierte man vor allem, wie einige Vögel ihre Flügel falten, um durch enge Passagen zu fliegen.

„Unsere Lösung ist aus mechanischer Sicht recht einfach, aber sie ist sehr vielseitig und sehr autonom, mit integrierten Wahrnehmungs- und Kontrollsystemen“, sagt Davide Falanga, Forscher an der Universität Zürich und Erstautor des Artikels in einer Pressemitteilung.

Faltbare Drohne im X-Design mit 4 drehbaren Armen

Die Drohne hat eine Standard X-Form-Konfiguration mit vier ausgestreckten Armen. Kommt sie allerdings zu einer engen Passage, kann sie sich nun in eine H-Form verwandeln. Oder sie kann in eine O-Form schrumpfen indem sie die Arme zum Körper faltet.

Und als ob das noch nicht genug wäre, kann sie sich auch in eine T-Form verwandeln. Wozu das? Eine am Zentralrahmen montierte Onboard-Kamera kommt so nah wie möglich an ihr Fokusobjekt heran.

Der Quadcopter der Teams verfügt über vier Propeller, die sich jeweils unabhängig voneinander drehen können. „Die Morphing-Drohne kann verschiedene Konfigurationen annehmen, je nachdem, was im Einsatz vor Ort benötigt wird“, sagt Stefano Mintchev, Co-Autor und Forscher an der EPFL.

Weitere Entwicklungsschritte geplant, autonome Rettungseinsätze als Vision

Auch wenn der vorgelegte Prototyp beeindruckend ist, sind die Forscher noch nicht fertig mit ihren Plänen für die faltbare Drohne. Sie wollen die Struktur der Drohne so verbessern, dass sie sich vollständig dreidimensional falten lässt und noch mehr Formen bilden kann.

Und sie wollen volle Autonomie schaffen – eine Drohne, die einen Rettungseinsatz vollkommen eigenständig fliegen und sich bei Bedarf anpassen kann. Sie soll etwa in einem Wohnhaus, das durch ein Erdbeben teilweise zerstört wurde, auf das sich verändernde Gelände schauen und sich entsprechend formen. Das Ziel ist ganz klar: vollkommen autonome Rettungseinsätze.

„Das Endziel ist es, der Drohne eine allgemeine Anweisung zu geben, wie z.B. „das Gebäude zu betreten, jeden Raum zu inspizieren und zurückzukommen“. Sie soll dann selbst ermitteln, wie man es am besten macht“, sagt Falanga.

Drohnen als essenzieller Helfer bei Such- und Bergungseinsätzen

Diese Innovation stellt eine tolle Weiterentwicklung einer der häufigsten Einsatzmöglichkeiten von Drohnen dar. Wir haben bereits in der Vergangenheit über die Rolle von Drohnen bei Rettungseinsätzen berichtet.

Das Österreichische Rote Kreuz testet einen Land Rover mit Drohne, in Australien helfen Drohnen bei der Bergung von in Seenot geratenen Schwimmern. Und die chinesische Polizei hat kürzlich einen in der Wüste verirrten Mann per Drohne gerettet       .

Christian Brandstötter MMSc ist freiberuflicher Autor und Blogger aus Niederösterreich. Wenn er nicht über spannende neue Anwendungsfälle von Drohnen berichtet, schreibt er über Blockchain-Technologie, digitale Vermögenswerte und innovative Software.

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