SCHUTZ UND SICHERHEIT

Finnland rekrutiert Drohnenpiloten für den Grenzschutz

Drohnenpiloten für den Grenzschutz

Während in den USA die öffentlichen Einrichtungen seit Wochen aufgrund von Streitigkeiten zum Thema Grenzschutz stillstehen, lässt Finnland nun aufhorchen. Die finnische Regierung sucht nun aktiv nach Drohnenpiloten für den Grenzschutz.

So will man die tausende Kilometer EU-Außengrenze zu Russland effektiv und kosteneffizient überwachen.

Drohnen sollen vor allem verbotenen Warenschmuggel verhindern

Die Drohnen sind allerdings weniger zur Bekämpfung von illegalen Grenzübertritten im Einsatz. Die mehr als 1300km lange Grenze ist von dichten Wäldern und hügeligem Gelände geprägt. Das große Problem ist hingegen intensiver Warenschmuggel von Russland nach Finnland (und somit in die EU).

Immer öfter werden verbotene Waren wie Zigaretten per Drohne in das Land geschmuggelt. So wurden etwa im Juli 2017 einige Tage nach einer Drohnensichtung eine abgestürzte Drohne mit 45 Packungen Zigaretten entdeckt.

Finnisches Militär bildet eine eigene Einheit

Nach Berichten des finnischen Rundfunks YLE will die finnische Regierung Drohnen zu einem wichtigen Bestandteil des öffentlichen Dienstes machen.

Das finnische Militär sucht nach Drohnenpiloten für eine neue Einheit, die für Sicherheits- und Überwachungszwecke eingesetzt werden soll.

Drohnenpiloten für den Grenzschutz müssen finnische Bürger sein

Allerdings müssen interessierte Drohnenpiloten eine Liste von Anforderungen erfüllen, um für den Einsatz in Frage zu kommen. Das Militär hat sich per Aussendung an alle Personen gewandt, die beim Finnischen Ministerium für Verkehrssicherheit um einen Drohnen-Führerschein angefragt haben.

In diesem Brief werden folgende 3 Voraussetzungen genannt. Ein geeigneter Drohnenpilot muss

  • finnischer Staatsbürger sein, der noch nicht als Pilot für Polizei oder Rettungsdienst tätig ist.
  • den Wehrdienst abgeschlossen haben.
  • sich vorläufig verpflichten, etwa einmal im Jahr an einer Reservistenausbildung teilzunehmen.

Der finnische Grenzschutz hat derzeit rund 50 Drohnen im Einsatz. Bereits nach einer erfolgreichen ersten Testphase Ende 2017 kündigte man an, Drohnen für die tägliche Überwachungsarbeit einsetzen zu wollen.

Neues Gesetz gibt finnischer Polizei mehr Rechte für Drohneneinsatz

Der Zeitpunkt der Aussendung ist nicht willkürlich gewählt. Ihm geht eine Gesetzesnovelle voraus, die mit 1. Jänner 2019 in Kraft getreten ist. Zwar hat die Polizei bereits in den vergangenen Jahren Drohnen eingesetzt, Kritikern gingen die Berechtigungen allerdings nicht weit genug.

Seit Jahresbeginn ist es finnischen Sicherheitskräften nun im Gefahrenfall auch der Abschuss von feindlichen Drohnen erlaubt. Wenn eine zivile Drohne in militärischem Sperrgebiet betrieben wird, darf diese nun vom Himmel geholt werden. Konkret berechtigt der Gesetzeslaut Einsatzkräfte über solche Drohnen „vorübergehend mittels technischer Mittel oder gewaltsam die Kontrolle zu übernehmen, um die Verwendung zu verhindern oder anderweitig den Verlauf des Fluges zu stören“.

Christian Brandstötter MMSc ist freiberuflicher Autor und Blogger aus Niederösterreich. Wenn er nicht über spannende neue Anwendungsfälle von Drohnen berichtet, schreibt er über Blockchain-Technologie, digitale Vermögenswerte und innovative Software.

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