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Globale Drohnen-Standards: ISO stellt ersten Entwurf vor

Globale Drohnen-Standards ISO

Die weltweite Drohnen-Branche wächst und wächst. Höchste Zeit, dass es globale Standards, Richtlinien und Vorgaben für das Design, Wartung, Flugzonen und weitere Aspekte der Drohnennutzung gibt. Die ISO hat jetzt in einem ersten Entwurf globale Drohnen-Standards vorgestellt.

Der Entwurf steht nun zur öffentlichen Diskussion und kann schon bald beschlossen werden.

No-Fly Zonen, Geofencing, Wartung, Dokumentation und mehr

In dem veröffentlichten Dokument fordern die Normen die Einrichtung von „No-Fly-Zonen“, um einen ausreichenden Abstand zu Flughäfen oder sensiblen Orten zu gewährleisten, und die Geo-Fencing-Technologie, um Flüge in Sperrgebieten zu stoppen.

Die ISO will auch neue Maßnahmen, die sich auf die Anforderungen an die Flugaufzeichnung, Ausbildung und Wartung konzentrieren. Es gibt Regeln, die sicherstellen, dass die Betreiber die Privatsphäre und den Datenschutz respektieren.

Freiwilliger Verhaltenscode

Dabei ist festzuhalten, dass es sich bei den formulierten Standards nicht um verpflichtende Vorgaben handelt. Das ISO hat schließlich keine gesetzgebende Funktion. Vielmehr handelt es sich um Empfehlungen bzw. einen freiwilligen Verhaltenscode.

Organisationen bzw. Institutionen können sich an den Richtlinien orientieren bzw. deren Einhaltung durch Überprüfungs- und Aufsichtsorgane nachweisen lassen. Am Ende des Prozesses kann wie in anderen Fällen womöglich ein Zertifizierungsprozess stehen. Eine ISO-Zertifizierung dient letztendlich nach außen hin als Nachweis die Best Practices der Branche einzuhalten. Eine Maßnahme, die bei Stakeholdern und Kunden für Vertrauen und Sicherheit sorgen soll.

Drohnen-Standards dringend erforderlich

Von vielen Seiten war der Ruf nach Standards und Richtlinien laut geworden. Alleine in Großbritannien sollen durch Drohnen bis 2030 650.000 neue Jobs entstehen. PWC schätzt, dass der kommerzielle Einsatz von Drohnen weltweit ein Marktpotenzial von knapp 127 Milliarden USD hat.

Angesichts der zunehmenden Verbreitung im privaten und kommerziellen Gebrauch war es dringend erforderlich, dass internationale, globale Drohnen-Standards definiert und beschlossen werden. Wie in anderen Branchen auch, werden die vom ISO beschlossenen Standards eine Vorbildwirkung und als Richtwert für viele nationale und regionale Gesetzeswerke bieten.

Standards zur Diskussion freigegeben

Die ISO Draft International Standards for Drone Operations wurden offiziell zur öffentlichen Diskussion freigegeben. Nun haben Fachexperten, Wissenschaftler und Unternehmen bis zum 21. Januar 2019 Zeit, um Feedback und Kommentare einzureichen.

Laut ISO werden die neuen Normen als neue „Etikette“ für Drohnenbenutzer fungieren. Sie sollen die Einhaltung bzw. Verwendung von Flugverbotszonen, lokalen Vorschriften, Flugbuchprotokollen, Wartungs-, Trainings- und Flugplanungsunterlagen fördern und verstärken.

Soziale Verantwortung stärken und Privatsphäre schützen

Soziale Verantwortung wird auch im Mittelpunkt der Normen stehen und den verantwortungsvollen Einsatz einer Technologie stärken, die darauf abzielt, den Alltag zu verbessern und nicht zu behindern.

Die neuen Normen werden auch den öffentlichen Belangen in Bezug auf die Privatsphäre und den Datenschutz Rechnung tragen. Denn sie verlangen, dass Drohnen-Betreiber über geeignete Systeme verfügen müssen, um neben der Kommunikations- und Kontrollplanung während des Fluges mit Daten umzugehen.

Darüber hinaus muss auch die Hard- und Software aller zugehörigen Betriebsmittel auf dem neuesten Stand gehalten werden. Insbesondere wird auch bei allen Drohnenflügen, einschließlich autonomer Operationen, menschliches Eingreifen erforderlich sein, um sicherzustellen, dass die Drohnenbetreiber verantwortlich sind.

Die neuen Normen werden die ersten in einer vierteiligen Serie für Flugdrohnen sein, wobei die nächsten drei die allgemeinen Spezifikationen, die Fertigungsqualität und das unbemannte Verkehrsmanagement (Unmanned Traffic Management – UTM) betreffen.

Globale Drohnen-Standards für mehr Vertrauen & Sicherheit

„Diese Standards werden zweifellos zu einem neuen Vertrauen in Sicherheit und Compliance in dieser dynamischen Branche führen, was in den kommenden Jahren zu einer massiven Ausweitung der Verfügbarkeit und Nutzung der Drohnentechnologie führen wird“, sagte Robert Garbett, Vorsitzender der ISO-Arbeitsgruppe, die für die globalen Betriebsstandards der Drohne verantwortlich ist.

„Drohnen stellen ein globales Phänomen und eine beispiellose wirtschaftliche Chance für jedes Land dar, das die Technologie einsetzt.

Christian Brandstötter MMSc ist freiberuflicher Autor und Blogger aus Niederösterreich. Wenn er nicht über spannende neue Anwendungsfälle von Drohnen berichtet, schreibt er über Blockchain-Technologie, digitale Vermögenswerte und innovative Software.

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