SCHUTZ UND SICHERHEIT

Lawinenopfer per Drohne retten: Drohne zur Lawinenbergung entwickelt

Kann man Lawinenopfer per Drohne retten? Ein deutsches Start-up meint „Ja!“ und stellte nun einen Prototyp seiner Drohne zur Lawinenbergung vor.

Anfang Februar: der Wintersport hat Hochsaison. Österreichs Berge sind meterhoch mit Schnee bedeckt, Schigebiete freuen sich über volle Pisten und hohe Besucherzahlen. Allerdings trübt die Lawinengefahr den Spaß, auch dieses Jahr sind bereits mehr als 10 Wintersportler im Schnee gestorben. Hier kommen unbemannte Luftfahrzeuge zur Hilfe: man kann Lawinenopfer per Drohne retten.

Das Start-up Bluebird Mountain stellte jetzt PowderBee, eine spezielle Drohne zur Lawinenbergung vor.

Lawinenopfer per Drohne retten

Einzigartig ist dabei allerdings der Verwendungszweck der Drohne. Denn es sind nicht die Retter, die die Drohne nach den Verschütteten suchen lassen. Ganz im Gegenteil. Es ist der Skifahrer selbst, der sobald er einen Lawinenabgang erkennt, den Start der Drohne auslösen kann. Das gefährdete Lawinenopfer kann den Flugroboter in die Luft katapultieren. Die Drohne soll Bergrettern nämlich helfen, den genauen Aufenthaltsort des Lawinenopfers anzuzeigen.

Aktiviert per Reißleine: so funktioniert „PowderBee“

Das Auslösen der Drohne erinnert an einen Fallschirm, ihre Verpackung hingegen mehr an eine Thermoflasche. Montiert am Rucksack des Skisportlers kann dieser sie per einfachem Anziehen an einer Reißleine aktivieren.

Eine Antriebsfeder katapultiert sie aus ihrer Hülle heraus, sodass sich die Drohne entfalten kann und Funkkontakt mit dem Sportler aufnimmt. Per Funkempfang erkennt sie den Sportler und folgt diesem mit bis zu 80km/h nach.

Gleichzeitig wird mit Ziehen der Reißleine auch Signalfarbe ausgesprüht, sodass der Skisportler auch bei schlechtem Licht bestmöglich erkannt werden kann. Die Drohne selbst fliegt dabei mit einem kräftigen Elektromotor.

Bisherige Kontaktreichweite von 25m zu kurz

Die Kommunikation funktioniert dabei über das bereits bestehende System des Lawinenverschüttetensuchsignal (LVS). Bisher war der Nachteil dieses Systems, dass das Signal nur aus einer Umgebung von 25 Meter geortet werden konnte.

Bei der tatsächlichen Bergung von Lawinenverschütteten kann es zu lange dauern, bis Rettungskräfte so nahe an den Verschütteten heranrücken. PowderBee bietet hier einen großen Vorteil, da es mit einer fünfmal höheren Geschwindigkeit fliegen kann und ein per GPS vorgegebenes Suchmuster exakt abfliegt.

Junges Gründerteam aus Hamburg entwickelt „PowderBee“

Hinter der aktuell im achten Prototyp bestehenden PowderBee steckt just ein Team aus der deutschen Hafenmetropole Hamburg. Die vier Gründer, die alle knapp um die 30 sind, haben die Entwicklung bisher aus mehreren Start-up-Fonds finanziert.

Außerdem wurde man bei mehreren Award-Shows mit Preisgeldern ausgezeichnet. Dennoch suchen die Gründer, die ihr Unternehmen „Bluebird Mountain“ (womöglich in Anspielung auf den bekannten Film „Brokeback Mountain“) getauft haben, aktuell nach weiteren Investoren.

Drohne zur Lawinenbergung bzw. für Search & Rescue immer beliebter

Auch die PowderBee ist ein weiteres Beispiel für den gefragten Anwendungsbereich Search and Rescue. Wir haben bereits in zahlreichen Beiträgen über weitere Drohnen im Rettungseinsatz berichtet.

Das umfasst etwa eine Kooperation zwischen Land Rover und dem österreichischen Roten Kreuz sowie einen Schweizer Prototyp einer autonom durch zerstörte Gebäude fliegende Drohne. In den USA und Australien leisten Drohnen tatkräftige Unterstützung bei der Bergung von in Not befindlichen Schwimmern.

Christian Brandstötter MMSc ist freiberuflicher Autor und Blogger aus Niederösterreich. Wenn er nicht über spannende neue Anwendungsfälle von Drohnen berichtet, schreibt er über Blockchain-Technologie, digitale Vermögenswerte und innovative Software.

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