LOGISTIK

Liefer-Drohnen mit Vögeln-inspirierten Beinen springt in die Luft

Liefer-Drohnen mit Vögeln

Beim Designen von Drohnen gibt es ein grundlegendes Problem. Sie sollen idealerweise auf kleinem Platz starten und landen können, aber auch eine hohe Traglast über weite Distanzen befördern können. Während für ersteres Rotoren ideal sind, eignen sich fixierte Flügel für schwere Transporte. Liefer-Drohnen mit Vögel-ähnlichen Beinen sollen dieses Problem jetzt lösen.

Die Zustelldrohne von Passerine kann mit seinen unterhaltsam aussehenden Beinen in die Luft springen.

Effektiver Start und ökonomisches Gleiten – wie soll das gehen?

Wie das Wissenschaftsmagazin Spectrum schildert, haben sich bereits viele Ingenieure darin versucht, dieses fundamentale Problem des Drohnenbaus zu lösen. Dabei hat man in der Regel einen Kompromiss gewählt und eine Drohne entworfen, die sowohl Rotoren und Flügel hat.

Zwar seien diese Drohnen nicht prinzipiell ein Misserfolg, doch sie sind eben nicht mehr als ein schlechter Kompromiss. Entweder haben sie ein unnötig hohes Gewicht, das den Akku belastet und die Fluggeschwindigkeit einschränkt, oder sie verursachen unverhältnismäßig hohe Kosten und Komplexität.

Südafrikanisches Start-up präsentiert alternativen Start-Ansatz

Eine ganz andere Konstruktion schlägt jetzt das in Johannesburg beheimatete Start-up Passerine vor. Die Ingenieure von Passerine haben ihrem Prototyp vogel-ähnliche Beine verpasst, die die Drohne beim Start in die Luft springen lassen sollen.

Matthew Whalley, Geschäftsführer des Unternehmens, begründet dieses Design wie folgt: „Der Start ist einem Vogel sehr ähnlich…. Wenn sie springt, geht es nicht darum, Höhe zu gewinnen, sondern die Drohne nach vorne zu bringen, um sie über ihre Mindestfluggeschwindigkeit hinaus zu bringen, und dann fliegt sie wie ein herkömmliches Flugzeug.“

Video zeigt Funktionsweise der Beine

Die Beine helfen der Liefer-Drohne rasch nach oben zu springen, bevor die fixmontierten Flügel ihre Gleitfähigkeit zum Einsatz bringen können. Nachdem die Beine mit dem Start ihre Arbeit vorerst erledigt haben, werden diese im Rumpf eingefahren.

Somit wird sichergestellt, dass die Beine während des Fluges nicht zu unnötigem Luftwiderstand oder Beeinträchtigungen führen können. Doch auch beim Landeanflug können sich die Beine wieder nützlich machen. Während die Triebwerke die Geschwindigkeit der Liefer-Drohne weitestmöglich reduzieren, fahren sich die Beine aus dem Rumpf aus und können bei der Landung als Stoßdämpfer dienen.

Wie die Funktionsweise der Beine beim Start in Realität aussieht, zeigt ein knapp 13 Sekunden langes Video:

Einsatzpotenzial vor allem in sich rasch entwickelnden Ländern

Was die Pläne für die Passerine-Drohne betrifft, so hoffen die Verantwortlichen, dass sie in Gebieten, in denen Start- und Landebahnen schwer zu bauen sind, von Nutzen sein kann. Dies können ländliche Gebiete, Bergregionen oder sogar Inselregionen sein.

Eine Drohne zu haben, die leistungsfähig genug ist, um Pakete zu liefern, ohne viel Platz zu benötigen, kann sehr hilfreich sein. Lieferungen von medizinischen Hilfsgütern, Lebensmitteln oder auch einfachen Geräten werden damit zum Kinderspiel.

Natürlich wird man, wie bei anderen experimentellen Drohnen, die Passerine in naher Zukunft vielleicht noch nicht im Einsatz sehen. Möglicherweise sind noch Tests erforderlich, um Probleme zu beheben. Die Vogelschenkel sind jedoch legendär und können eine Grundausstattung für zukünftige Drohnen sein.

Eine vieler kreativen Ideen für Liefer-Drohnen

Der Transport von Waren und Fracht ist einer der vielversprechendsten Anwendungsfälle für Drohnen. Aktuell stehen einem autonomen Transport neben technischen Hindernissen vor allem noch die rechtlichen Bestimmungen im Weg, welche den Flug von autonomen Drohnen praktisch nicht ermöglichen.

International wird allerdings bereits fieberhaft an der Entwicklung von Liefer-Drohnen für unterschiedlichste Zwecke gebaut. In den USA werden etwa bereits Spieler von einer Drohne am Golfplatz mit Essen versorgt. Doch auch in Produktionsbetrieben erledigen Drohnen in der Logistik bereits wichtige Aufgaben.

Christian Brandstötter MMSc ist freiberuflicher Autor und Blogger aus Niederösterreich. Wenn er nicht über spannende neue Anwendungsfälle von Drohnen berichtet, schreibt er über Blockchain-Technologie, digitale Vermögenswerte und innovative Software.

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