Münchner Drohnen-Start-up Lilium entwickelt elektrisches Flug-Taxi

Münchner Drohnen-Start-up Lilium

Wenn der Stadtverkehr mal wieder überlastet und die Straßen verstopft sind, verspricht es die beste Lösung zu sein: das Flug-Taxi. Ein spannendes neues Konzept hat das deutsche Drohnen-Start-up Lilium jetzt getestet. Das erste elektronische Flug-Taxi der Welt kann bis zu 5 Personen von A nach B befördern.

In einem sensationellen ersten Jungfernflug konnte der Prototyp seine Fähigkeiten jetzt eindrucksvoll unter Beweis stellen.

Lilium-Jet wird der Öffentlichkeit präsentiert

Das Münchner Drohnen-Start-up Lilium hat mit einer Presseaussendung und einem Imagevideo seine neueste Entwicklung präsentiert: den Lilium Jet, das weltweit erste elektrische Flug-Taxi.

Konzipiert als 5-Sitzer verfügt es über bis zu 2000 PS und eine Fülle von technischen Eigenschaften, die Ingenieure wie Piloten verblüffen.

36 vollelektrische Triebwerke, schlankes Flugzeugdesign

Angetrieben wird das futuristisch designte Flug-Taxi durch gleich 36 vollelektrische Triebwerke. Sie sind es, die die Drohne vertikal starten und landen lassen und gleichzeitig einen überaus effizienten Horizontal- und Reiseflug erlauben. Bemerkenswert ist das schlanke Design des Flug-Taxi: es kommt vollkommen ohne Propeller, ohne Getriebe, ohne Ruder und ohne Heck aus.

Ein einziges, bewegliches Teil im Getriebe macht das Flug-Taxi nicht sicher und erschwinglich zugleich. Das Team von Lilium wollte allerdings nicht nur neue Maßstäbe im Flugantrieb setzen, sondern auch hohen Komfort für die Passagiere schaffen.

Ziel war es, den zukünftigen Passagieren möglichst atemberaubendes Flugerlebnis zu bieten. Hierfür hat man auf eine möglichst geräumige Flugkabine geachtet, die mit Panoramafenstern und Flügeltüren beeindruckt.

300 km/h Höchstgeschwindigkeit, 300km Reichweite

Auch die weiteren technischen Daten des Flugzeugs sind eindrucksvoll. Das elektrische Flug-Taxi soll eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 300km/h erreichen und diese für den Großteil des Flugs beibehalten können. Damit wäre der Lilium Jet beinahe doppelt so schnell wie das bereits bekannte chinesische Flug-Taxi EHang.

Mit einer Reichweite von 300km kann das elektrische Flug-Taxi etwa durchaus auch für den Transport zwischen manchen deutschen Großstädten geeignet sein. Unter Annahme der Höchstgeschwindigkeit kann das Fluggerät bis zu 5 Passagiere in nur 1 Stunde über diese Distanz befördern.

Erster Jungfernflug bereits Anfang Mai erfolgreich absolviert

Umso beachtenswerter ist, dass das Unternehmen bereits über einen ersten großen Erfolg berichten kann. Der Prototyp hat sich nämlich bereits in einem ersten Jungfernflug bewährt. Der erste Flug des Lilium Jets startete am 4. Mai um genau 08:03.

Natürlich gingen dem Erstflug intensive Tests und Simulationen in der Firmenzentrale in München voraus. Das vom Boden aus gesteuerte Flug-Taxi hat seither weitere Flug-Testeinsätze absolviert, die in den nächsten Wochen intensiviert werden, um die Technologie des Lilium Jets weiter zu verfeinern.

Zudem sollen durch die rigorosen Testeinsätze die hohen Anforderungen an Sicherheitsstandards für Flugmaschinen erreicht werden, die jenen größerer Luftfahrzeuge in nichts nachstehen dürfen. Der Leiter des Flugtests, Leandro Bigarella zeigt sich mit dem ersten Test zufrieden und kündigt an, dass nunmehr komplexere Flugmanöver und Einsätze folgen werden, um schrittweise die vollen Fähigkeiten des Fluggeräts zu erkunden.

Plan: elektrisches Flug-Taxi für On-Demand Flug-Taxi-Service

Natürlich hat sich Lilium auch schon überlegt, wie der Jet denn überhaupt zum Einsatz kommen soll. Man verfolgt die Zukunftsvision eines innovativen On-Demand Flug-Taxi-Service, dass in großen Weltmetropolen mit verstopften Straßen Abhilfe schaffen soll.

Kunden sollen schon bald aus einer Vielzahl von Start- und Landepads in Städten und Regionen auswählen können. Ambitionierte Pläne hat man auch, was die Preispolitik betrifft: der Transport soll den Kosten einer entsprechenden Taxi-Fahrt gleichkommen, wobei der Transport an die Destination 4 Mal so schnell sein wird. Das Konzept der Start- und Landepads ähnelt weitgehend jenem Konzept des Flug-Taxi, welches Uber bereits vor längerer Zeit in einem Image-Video vorgestellt hat.

Investoren stecken 100 Millionen Euro in Drohnen-Start-up Lilium

Die Entwicklung eines solchen elektrischen Flug-Taxi ist natürlich kein günstiges Unterfangen. Finanzielle Sorgen müssen sich die Entwickler bei Lilium allerdings keine machen. Denn das 2015 gegründete Start-up hat bereits mehr als 100 Millionen Euro an Investitionen aus Europa und den USA lukriert.

Unter den Investoren befinden sich Inkubatoren und Start-up-Fonds wie Atomico, Tencent, LGT, Freigeist and Obvious Ventures. Ja, der Begriff des Start-up ist vielleicht gar nicht mehr angebracht, wenn man bedenkt, dass Lilium bereits 300 Mitarbeiter beschäftigt.

Christian Brandstötter MMSc ist freiberuflicher Autor und Blogger aus Niederösterreich. Wenn er nicht über spannende neue Anwendungsfälle von Drohnen berichtet, schreibt er über Blockchain-Technologie, digitale Vermögenswerte und innovative Software.

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