North Carolina: Medizinlieferungen per Drohne erstmals im Standardbetrieb

Medizinlieferungen per Drohne UPS

Einmal mehr zeigt sich, dass der Einsatz von Transport-Drohnen immer mehr im Alltag ankommt. In den USA hat der Transport-Spezialist UPS nun in Zusammenarbeit mit 2 Unternehmen einen standardmäßigen Betrieb von Medizinlieferungen per Drohne eingeführt.

In Kooperation mit dem kalifornischen Drohnenspezialisten Matternet und Wake Med Health&Hospitals werden ab sofort medizinische Proben am Spitalscampus in Raleigh, North Carolina, transportiert.

Initiative durch US-Luftaufsichtsbehörde begleitet

Die Initiative ist Teil des unbemannten Flugzeug-System (UAS) Integrationspilotprogramms (IPP) der FAA. Testflüge wurden im vergangenen August bei WakeMed durchgeführt, einem großen privaten gemeinnützigen Krankenhaus, das Zentral- und Ost-North Carolina bedient.

Matternet, bei dem HorizonX, ein Tochterunternehmen von Boeing, als Investor mit an Bord ist, verfügt über jahrelange Erfahrung mit Pilotprogrammen und regelmäßigen Lieferungen von medizinischen Proben in der Schweiz, Malawi, der Dominikanischen Republik und Haiti. In den USA bereitet man sich auf weitere Tests mit UC San Diego Health in San Diego, Kalifornien, vor.

Piloten überwachen autonomen Start- und Landeprozess mittels App

Die M2 Quadkopter C-Drohne von Matternet wurde für den autonomen Flug, die Abholung und die Lieferung eines kleinen Koffers, einer so genannten Nutzlastkiste, entwickelt. Für das WakeMed-Projekt wurde das Gehäuse in UPS-Lackierung ausgeführt.

WakeMed hat sich jedoch dafür entschieden, die autonome Andock-, Lade- und Ladestation von Matternet nicht zu verwenden und bevorzugt stattdessen „intelligente“ Landepads, die ein Leuchtfeuer aussenden, an das sich die C-Drohne zur Landung anschließt. Obwohl der Flug entlang von GPS-Wegpunkten autonom ist, überwachen zwei Piloten an beiden Enden des Fluges Start, Landung und Reise über eine Smartphone-App, die bei Bedarf eingreifen kann.

Video zeigt Demonstration des Einsatzes

UPS präsentierte ein kurzes Video, das veranschaulicht, wie das System für Medizinlieferungen per Drohne funktionieren wird. Die Probe, zum Beispiel Blut, wird etikettiert und versiegelt und in die Nutzlastkiste gelegt, die verschlossen wird. Ein Schild auf dem Gehäuse zeigt dem Piloten der Drohne an, dass sie für den Transport bereit ist. Der Pilot bringt den Koffer zur Drohne, befestigt ihn und leitet den autonomen Start ein.

Die C-Drohne durchquert den großen WakeMed-Campus in 3 Minuten und 15 Sekunden und landet autonom auf dem Landepad unter dem wachsamen Auge des zweiten entfernten Piloten, der den Flug überwacht hat. Der Pilot löst dann den Koffer und bringt ihn zur Verarbeitung ins Labor. UPS wies darauf hin, dass dieses Verfahren um ein Vielfaches schneller ist als mit einem Kurierfahrzeug.

Medizinlieferungen per Drohne sind keine Seltenheit mehr

Dahinter steht einer der vielversprechendsten Einsatzbereiche: Drohnen als Lebensretter. Dies kann sich in vielerlei Ausgestaltung zeigen. In Australien etwa sind Drohnen im Einsatz, die in Seenot befindliche Schwimmer mit Ausrüstung versorgen und Hilfskräfte verständigen.

Doch auch der Transport von dringend benötigten Medikamenten wird etwa bereits in Ruanda vom Start-up Zipline getestet. Eine verrücktere Vision hat ein italienischer Konstrukteur, der für seinen Entwurf einer Ambulanz-Drohne ausgezeichnet wurde. Doch auch Rettungs- und Bergungsdrohnen bergen viel Potenzial, um Menschenleben zu retten – etwa im Falle von Lawinenabgängen.

Christian Brandstötter MMSc ist freiberuflicher Autor und Blogger aus Niederösterreich. Wenn er nicht über spannende neue Anwendungsfälle von Drohnen berichtet, schreibt er über Blockchain-Technologie, digitale Vermögenswerte und innovative Software.

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