LANDWIRTSCHAFT UND FORSTWIRTSCHAFT

Schädlingsbekämpfung per Drohne – Testbetrieb in Kärnten

Drohne für Pflanzenschutz

Können Drohnen für den Pflanzenschutz eingesetzt werden? „Ja!“ sind die Mitglieder eines Kärntner Projekts überzeugt. Nun haben sie auch die Genehmigung von den Behörden erhalten.  Der Testbetrieb zur Schädlingsbekämpfung per Drohne kann starten.

Drohnen für den Pflanzenschutz im Test

Erstmalig in Österreich haben die zuständigen Behörden jetzt eine entsprechende Genehmigung erteilt. Der Testbetrieb soll die Vorteile der Nutzung von Drohnen für den Pflanzenschutz zeigen.

AGES, BAES, LWG Unser Lagerhaus, Lithos Natural und die Landwirtschaftskammer Kärnten sowie das Flugdienstleistungs-Unternehmen Copter Log Services hatten den Antrag gemeinsam gestellt.

In Asien und Südamerika längst normal

In anderen Teilen der Welt ist die Schädlingsbekämpfung per Drohne längst Realität. Vor allem in Asien und Südamerika setzt man sie aufgrund der geringen Kosten und höheren Effizienz bereits seit einigen Jahren ein. Auch Drohnen-Hersteller haben darauf reagiert – DJI etwa bietet bereits 2016 seine erste „Crop Protection Drone“.

Vorteile der Drohne gegenüber Traktor

Die Erwartungen sind hoch – viele Vorteile sollen Drohnen für den Pflanzenschutz bringen. Entgegen dem herkömmlichen Einsatz von 200-300 Liter Wasser pro Hektar benötigt man bei der Drohne bloß 40 Liter Wasser pro Hektar. So schildert Raphael Urf, Gründer des projektführenden Unternehmens Copter Log Services.

Zudem kann die Drohne auch in unwegsamem Gelände zum Einsatz kommen. Der größte Vorteil ist aber die zielgenaue Anwendung an betroffenen Stellen. So bringt man insgesamt weniger Sprühmittel aus und schont die Umwelt.

Schädlingsbekämpfung per Drohne

Ziel ist es zunächst, den Maiswurzelbohrer, einen der größten Schädlinge in der österreichischen Landwirtschaft, durch das Versprühen einer Spritzbrühe zu bekämpfen.

Genutzt wird hierfür das biologische Pflanzenschutzmittel „CornProtect“ (Hersteller: Lithos Natural). In einem separaten Test setzt man das konventionelle Schädlingsbekämpfungsmittel Biscaya der Bayer AG ein.

Testbetrieb auf 3 Feldern

Dabei wurden für den Testbetrieb 3 Felder angelegt: im ersten Feld wird die Drohne das biologische Pflanzenschutzmittel versprühen. Im zweiten Feld bringt man eine Kombination aus pflanzlichem und konventionellem Schutzmittel aus. Das dritte Feld dient als Kontrollfeld und wird unbehandelt bleiben.

Ob sich der erwartete Nutzen auch tatsächlich einstellt, wird sich allerdings erst zeigen. Das Projekt ist vorläufig für einen Zeitraum von 2 Jahren vorgesehen. Anschließend werden die Ergebnisse ausgewertet und beurteilt.

Der Einsatz von Drohnen in der Landwirtschaft ist dabei kein neues Thema. Weitere Einsatzbereiche von Drohnen sind hierbei etwa der Tierschutz oder auch die Viezählung.

Christian Brandstötter MMSc ist freiberuflicher Autor und Blogger aus Niederösterreich. Wenn er nicht über spannende neue Anwendungsfälle von Drohnen berichtet, schreibt er über Blockchain-Technologie, digitale Vermögenswerte und innovative Software.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*

 

Passwort vergessen