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Tauben-Drohnen zur Überwachung

Tauben-Drohnen zur Überwachung

Ein schöner Anblick: Tauben, die elegant durch den Himmel fliegen. Aber was, wenn es sich dabei um Tauben-Drohnen zur Überwachung handelt?

Immer wieder hört man Geschichten über den Überwachungswahn der chinesischen Regierung. Bei einem Land, in dem Facebook, YouTube und Twitter gesperrt sind, überrascht wenig. Die neueste Idee zur unauffälligen Überwachung der eigenen Bürger verblüfft dann doch: Tauben-Drohnen!

Chinesische Regierung testet Tauben-Drohnen zur Überwachung

Laut einem Bericht in der South China Morning Post, wurden die eigens entwickelten Drohnen bereits von mehr als 30 militärischen und zivilen Einrichtungen getestet.

Aktuell soll die chinesische Regierung die Tauben-Drohnen zur Überwachung in der von ethnischen Konflikten geprägten Region Xinjiang im Nordwesten des Landes einsetzen.

200 Gramm schwer, 40km/h schnell

Die Drohnen wiegen bloß 200 Gramm und haben eine Spannweite von etwa 50 Zentimetern. Dabei können sie mit Geschwindigkeiten von bis zu 40 km/h bis zu 30 Minuten lang fliegen.

Die Technologie befindet sich allerdings noch in einem frühen Entwicklungsstadium. Bei widrigen Wetterverhältnissen wie starkem Wind, Schnee und starkem Regen sollen die Tauben-Drohnen zur Überwachung noch nicht nutzbar sein.

Klappmechanismus repliziert 90% natürlicher Taubenbewegung

Die Drohnen wurden für ein Programm mit dem Codenamen „Taube“ entwickelt. Sie sind in der Lage, etwa 90% der Bewegungen einer echten Taube zu imitieren.

Dabei hat sie einen anderen Flugmechanismus als herkömmliche unbemannte Luftfahrzeugen mit festen Flügeln oder Rotorblättern. Die Tauben-Drohnen können im Flug wie ein Vogel an Höhe gewinnen, tauchen und beschleunigen.

Der Klappenmechanismus erlaubt es den Flügeln, ihre Form leicht zu verändern, wenn sie sich nach oben und unten bewegen. So wird nicht nur Auftrieb erzeugt, sondern auch die Drohne nach vorne gedrückt.

Hochmoderne Kamera & Überwachungstechnologie

Die Tauben-Drohnen sind über Satellit mit einer zentralen Plattform verbunden. Ausgestattet sind sie neben hochauflösenden Kameras mit einer Software, die das gefilmte Videomaterial stabilisieren soll. Dazu kommt noch eine GPS-Antenne sowie ein Flugkontrollsystem.

Leise und unerkennbar für das Radar

Wie gut die Tauben-Drohnen zur Überwachung geeignet sind zeigte auch ein Test mit einer Schafherde. Schafe sind für ihr sensibles Gehör bekannt.

Testflüge über Schafherden zeigten aber, dass Schafe nicht reagierten und die Drohnen gar nicht bemerkten.  Auch für das Radar sollen die Drohnen somit unerkennbar bleiben.

Gefahren und Risiken von Drohnen

Immer mehr Militärs interessieren sich für den Einsatz von Drohnen. So überrascht auch diese Entwicklung nur wenig. Allerdings stellen sich dabei wichtige Fragen:

Werden andere Staaten die Idee aufgreifen? Werden wir davon überhaupt erfahren?

Natürlich scheint in Europa keine Gefahr, dass morgen Tauben-Drohnen zur Überwachung über den Städten kreisen.  Schließlich widerspricht der Einsatz von Drohnen zur Überwachung den rechtlichen Grundlagen.

Dennoch zeigen uns die kaum erkennbaren Tauben-Drohnen auf,  dass wir uns mit den Implikationen und Risiken von Drohnen kritisch auseinander setzen müssen.

 

Christian Brandstötter MMSc ist freiberuflicher Autor und Blogger aus Niederösterreich. Wenn er nicht über spannende neue Anwendungsfälle von Drohnen berichtet, schreibt er über Blockchain-Technologie, digitale Vermögenswerte und innovative Software.

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