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Unbemannte Luftfahrzeuge uLFZ – § 24f/g LFG – österreichisches Drohnengesetz

Das österreichische "Drohnengesetz" für Lesefaule

Unbemannte Luftfahrtzeuge uLFZ Drohnengesetz § 24f/g

§ 24f und § 24g Unbemannte Luftfahrzeuge Klasse 1 und 2 – österreichisches „Drohnengesetz“

Das Video behandelt die Gesetzeslage rund um die unbemannten Luftfahrzeuge uLFZ nach § 24f und § 24g des österreichischen Luftfahrtgesetzes, umgangssprachlich auch Drohnengesetz genannt. Grob fallen in diese Kategorie auch die „unmanned aerial vehicles“ (UAV). Weitere Bezeichnungen sind nach dem aktuellen NPA der EASA auch „unmanned aircraft“ (UA). Im EU Parlament spricht man wiederum von ferngesteuerter Flugsysteme (RPAS). Wobei bei letzteren Begriffen auch die Flugmodelle und Spielzeugdrohnen umfasst. Das österreichische Luftfahrtgesetz differenziert stärker. Mit einem bei der Austro Control ACG bewilligten uLFZ ist das Erstellen von Foto- und Videoaufnahmen im Flug (Flug- bzw. Luftaufnahmen) möglich. uLFZ und Drohne werden in diesem Artikel Synonym genutzt, auch wenn der Begriff Drohne nicht 100% korrekt ist.

Interpretation des Gesetzestextes

Die uLFZ der Klasse 1 unterscheiden sich nach dem Drohnengesetz nur in zwei elementaren Gebieten vom Flugmodell. Das uLFZ weiter weg als 500 Meter [m] Radius um den Piloten geflogen werden dürfen. Dabei gilt bei Klasse 1 trotzdem die Verpflichtung zum Fliegen mit Sichtverbindung. Dabei dürfen keine technischen Hilfsmittel zur Anwendung kommen. Unter technisches Hilfsmittel fällt zu, Beispiel auch die FPV Kamera. Dem First Person View (FPV) ist aufgrund der Sonderstellung ein eigener Beitrag gewidmet.

Verwendungszweck

Die zweite Unterscheidung liegt am Verwendungszweck. uLFZ können gewerblich genutzt werden bzw. „nicht rein zum Zwecke des Fluges selbst“. Sprich, zu allen anderen zwecken als das Flugmodell. Es wird folglich bei Luftaufnahmen nicht unterschieden, ob diese privat oder gewerblich gemacht werden. Alleine die Tatsache der Luftaufnahme bestimmt die Qualifikation als uLFZ. Wer Luftaufnahmen macht, fliegt nicht zum Zwecke des Fluges, so das Drohnegesetz. Ungeachtet ob ein Fotograph oder ein Hobbypilot die Drohne bedient.

Unterscheidung Klasse 1 (§ 24f LFG) von Klasse 2 (§ 24g LFG)

Vereinfacht ausgedrückt liegt die primäre Unterscheidung im „Fliegen auf Sicht“. uLFZ der Klasse 2 können auch ohne direkter Sichtverbindung betrieben werden. Nachdem uLFZ der Klasse 2 analog den zivilen Luftfahrzeugen behandelt werden, ist das Bewilligungsverfahren ungleich komplexer als für uLFZ der Klasse 1. Der Unterschied des auf Sicht Fliegens ist allerdings nur der offensichtliche. Aufgrund der beträchtlich höheren Anforderungen ist eine Klasse 2 Drohne zumindest derzeit grundsätzlich nicht mit den herkömmlichen uLFZ und den Flugmodellen vergleichbar. Die ACG gibt selbst an, dass sich die Bewilligung der Klasse 2 Drohnen derzeit lediglich in Erprobung befindet. Weiters sind auch die Anforderungen an den Piloten höher. Für ein uLFZ der Klasse 2 ist ein Pilotenschein erforderlich. Für Klasse 1 nur für die höheren Kategorien ein „Drohnenpilotenschein“ (kleiner Pilotenschein) nötig. Dazu später in dem Artikel mehr. Desweiteren fallen uLFZ über 150 kg Abfluggewicht in das Unionsrecht.

Unterscheidung der Kategorien

Die Klasse 1 uLFZ werden in vier Kategorien unterteilt. Die Unterteilung erfolgt vereinfacht ausgedrückt nach der Komplexität der Flugsteuerung. Es beginnt bei der Kategorie A, einer nicht komplexen Steuerung. Die höchste Kategorie ist D. Es handelt sich dann um eine komplexe Steuerung mit Stabilisierung, Navigation und Automatisierung.

Unterscheidung der Einsatzgebiete

Die ACG unterscheidet vier Einsatzgebiete:

  • Einsatzgebiet I – Das „unbebaute Gebiet“ hat keine Gebäude. Nur die für den Flug notwendige dürfen Personen anwesend sein
  • Einsatzgebiet II – Als „unbesiedeltes Gebiet“ gilt ein Gelände mit maximale einer sekundäre Bebauung. Neben für den Flug notwendigen Personen dürfen sich nur vereinzelt temporär Menschen aufhalten, z.B. Wanderer.
  • Einsatzgebiet III – Beim „besiedelten Gebiet“ handelt es sich um einen Siedlungsbereich mit primärer Bebauung wie z.B. Wohnhäuser und Bürogebäude.
  • Einsatzgebiet IIII – Als „dich besiedeltes“ Gebiet gilt das geschlossene Besiedlungsgebiet wie Ortzentren oder eine Stadt.

Der geschlossenem Raum gilt nicht als Luftraum. Auch gibt es für den Modellflugplatz Erleichterungen (§ 24e) wie z.B. das Fliegen nicht bewilligter Flugobjekte. Und es gibt die Möglichkeit  über den maximalen Flugradius von 500 m hinaus zu fliegen.

Bewilligung eines uLFZ

Eine Drohne ist vor dem Betrieb bei der Austro Control GmbH (ACG) zu bewilligen. Im Artikel Bewilligung eines uLFZ sind alle wichtigen Details zum Bewilligungsprozess dargestellt.

Zusammenfassung

uLFZ dürfen auch in einem Umkreis weiter als 500 m um den Piloten bist zu einer maximalen Flughöhe von 150 geflogen werden. Klasse 1 uLFZ werden auf Sicht geflogen, Klasse 2 ohne direkter Sichtverbindung. Das uLFZ ist bei der ACG zu bewilligen. Bei einem uLFZ sind Flugaufnahmen erlaubt. Wie gehabt ist das Überfliegen von Menschenansammlungen, feuer- und explosionsgefährdetem Gebiet verboten. Das Ansuchen um Sondergenehmigungen ist stets möglich.

Schlussfolgerung

Das mögliche Einsatzgebiet ist abhängig der Drohne und ob die ACG die entsprechende Billigung erteilt. Für die uLFZ der Kategorie A und B sind keine besonderen Voraussetzungen notwendig. Die Befähigung die Drohne zu fliegen ist lediglich mit einer Unterschrift im Bewilligungsprozess zu bestätigen. Das Wissen über das Drohnengesetz wird von allen Piloten vorausgesetzt. Aber nur für die Kategorie C und D ist eine entsprechende Prüfung bei der ACG abzulegen. Neben dieser Prüfung muss die Befähigung durch den Amtsarzt festgestellt werden.

Für die uLFZ gilt wie auch für die Flugmodelle gilt eine Versicherungspflicht. Es ist allerdings auf den Verwendungszweck zu achten, da Versicherungen zwischen privater und kommerzieller Nutzung streng unterscheiden. Auch ist beim Abschluss der Versicherung darauf zu achten, ob die eigene Drohne abgedeckt ist (z.B. Gewichtsklasse).

Bei einer Drohne ist ganz besonders auf den Luftraum zu achten. Die entsprechenden Drohen dürfen nur im nicht kontrolliertem Luftraum G betrieben werden. Einzige Ausnahme ist der Modellflugplatz. Auch ist zu berücksichtigen, dass ein Grenzübertritt sowie das Überschreiten der maximalen Flughöhe bewilligungspflichtig ist. Nachdem die LVR gelten, ist auch das unterfliegen von Objekten wie z.B. Brücken und Seile verboten.

Grundstücksbesitzer können sich aufgrund des § 2 LFG Duldungspflich nicht grundsätzlich gegen den Überflug einer Drohne wehren. Allerdings sind für Start und Landung, bzw. das Begehen durch den Piloten die Zustimmung des Grundstückseigentümers einholen. Es wird empfohlen dies schriftlich zu verankern.

Zuletzte gelten für das uLFZ weiter Bestimmungen die im Bescheid festgeschrieben sind. Z.B. müssen alle Unterlagen (z.B. der Bescheid selbst) stets mitgeführt werden. Es sind Betriebsaufzeichnungen zu führen. An der Drohne ist eine Plakette der ACG zu befestigen. Selbstverständlich gelten neben diesen speziellen Regelungen die weitern Gesetze die insbesondere für das Fotografieren bzw. Filmen gelten.

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