LANDWIRTSCHAFT UND FORSTWIRTSCHAFT

Wärmebild-Drohnen für den Tierschutz von Delfinen und Koalas

Wärmebild-Drohnen für den Tierschutz

Delfine sind dafür bekannt, unglaublich intelligente und menschenfreundliche Meeresbewohner zu sein. Darum werden sie sogar für die Therapie von Rehabilitationspatienten eingesetzt. Leider sind sie allerdings vielerorts vom Aussterben bedroht. Wärmebild-Drohnen für den Tierschutz sollen nun helfen, Delfine zu retten.

Eine britische Studie kam jetzt zu dem Ergebnis, dass Drohnen ein vielversprechendes Mittel zum Schutz von Delfinen sein können.

Tausende von Delfinen verenden jährlich in Fischernetzen

Leider werden nach Angaben des Natural Resources Defense Council (NRDC) jedes Jahr mehr als 650.000 Meeressäuger, darunter Wale, Schildkröten, Robben und Delfine, durch Fischernetze getötet oder schwer verletzt.

Viele der Arten, die man in diesen Netzen fängt, sind allerdings so stark gefährdet, dass sich dringend etwas ändern muss.

Studie zeigt, dass Drohnen für Tierschutz von Delfinen taugen

Die Ergebnisse einer in Neuseeland und Großbritannien durchgeführten Studie deuten darauf hin, dass Wärmebild-Drohnen, zur Lokalisierung und zum Schutz der gefährdeten Maui- und Hector-Delfine in Neuseeland eingesetzt werden können. Forscher könnten die Anwendung  auch für Schutzmaßnahmen für andere Meeressäugerarten in der ganzen Welt zu nutzen.

Die erfolgreiche Studie bewies, dass die luftgestützte thermische Erkennung und Identifizierung von Maui und Hector Delfinen sowohl möglich als auch relativ einfach ist. Drohnen, die von Fischerbooten aus bedient werden, könnten Meeressäuger erkennen und das Risiko eines versehentlichen Fangs der gefährdeten Fische zu verringern.

Speziell entwickeltes System erkennt Fische unter Wasser

Martin Stanley von Ocean Life Survey entwickelte und testete das für Wärmebild-Drohnen konzipierte System in Großbritannien und Neuseeland. Anschließend wurde es entlang der neuseeländischen Waitakere Küstenlinie für eine Probeuntersuchung eingesetzt.

Die Sensoren der Drohne sind in der Lage, Säugetiere zu identifizieren, da sie im Vergleich zu den kaltblütigen Fischen warmblütig sind. Das System funktioniert sowohl bei Nacht als auch bei Tag gut und ist anderen Methoden zur Identifizierung von Meeressäugern überlegen, wie z.B. Luftbildaufnahmen, die kostspielig, zeitaufwendig und laut sind (was Fische in der Nähe oft beunruhigt).

Stanley beschreibt näher: „Das von uns entwickelte Thermodrohnensystem übertragt Wärmebildaufnahmen und erkannte Delfine mit GPS-Positionen in Echtzeit an einen Bediener“.

Wärmebild-Drohnen für den Tierschutz weiterer Meerestiere geeignet

Zwar wurde der Einsatz nun für den Schutz der gefährdeten Delfinarten getestet. Allerdings eignen sich die Wärmebild-Drohnen auch für den Schutz weiterer Fischarten. Da die Drohnen mit Leichtigkeit von Booten oder vom Land, sowohl bei Tag als auch Nacht, gesteuert werden können, ist die Wärmebild-Erkennung vieler Meeressäuger möglich.

DJI Phantom 4 als Wärmebild-Drohne

Das getestete Drohnensystem ist eine angepasste DJI Phantom 4, mit einem zusätzlichen Bordcomputer und einer Wärmebildkamera. Diese kann Live-Wärmebilder übermitteln, die Position von Säugetieren zu erfassen und ihren GPS-Standort an den Bediener übertragen.

Drohnen für den Tierschutz sind weit verbreitet

In vielen Fällen können Drohnen für den Tierschutz auch ohne Wärmebildkamera eingesetzt werden. Wir haben etwa über den Einsatz von Drohnen zum Schutz von Nashörnern in Afrika oder für die Aufspürung von Wildschweinen berichtet.

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